Einige Themen, die uns im Kurs 2006/2007 interessiert haben

 

Geheimnis der Lagrange-Punkte

Kater Francis

Dunkle Materie/Energie 

Peter Juras

Rotverschiebung  

Emanuel Steinbacher

Neues vom Jupiter - der KRF

Lia  Ivanova²

Finsternisse 2007 

Carolin Pauli

Opposition Mars/Jupiter/Saturn 

Heidi Majewski

Solare Neutrinos  

Andreas Ehweiner

Gefahr durch Sonnenwind 

Niklas Saffenreuther

Lebenszyklus der Sonne 

Christian Jellitsch

Sonnenbeobachtung mit SOHO 

Tobias Bigalke

Trickreiche Sonnenbeobachtung 

Mathias Hilmer

Sonnenfotos im Wasserstoff-Licht 

Michael Meißner

Was ist ein Planet? 

Felix Holzner

Hypernovae und GRB 

Yannic Bode

Wie gut ist mein Telekop?  

Kater Francis

Update Smart1 / Deep Inpact

Pia Webinger

Galaxien 

Nicolas Labonte

Geheimnisvoller Mond

Katrin Siegert

Hintergrundstrahlung

Stephan Geber

Rand des Universums (Ergänzung 2007)

Michael Heptner

 

 

Allgemeine Gedanken zum Jahr 2007: Für uns war das Jahr 2006 ein sehr arbeitsreiches Jahr, mit einer kompletten Umgestaltung der Homepage, und einer Unzahl neuer Beiträge. Das neue Jahr wollen wir nun nutzen um das Angebot abzurunden, um damit unser anfangs gestecktes Ziel zu erreichen, einen kleinen Überblick über einige interessante Gebiete der Astronomie zu bieten. Damit ist natürlich auch ein gewisser Abschluss der Arbeit an der Homepage gegeben, was nicht ausschließt, dass auch in Zukunft noch Ergänzungen vorgenommen werden. Der am Anfang unserer Arbeit erwähnte "kreative Aufbauzustand" hat also seine Früchte getragen!

Auch im extrem schneereichen Winter 2005/06 haben wir eisern unsere Ziele verfolgt: auch wenn die Fernrohrsäule im Schnee versunken war, wurde nicht aufgegeben. Es wurde geschaufelt und gekratzt, bis die "Weiße Pracht" verschwunden war, und das Teleskop relativ gefahrlos aufgebaut werden konnte. Einen gewissen Eindruck von der Problematik liefert das kleine Bild rechts. So konnten trotz widriger Umstände etliche sehr schöne Bilder gemacht werden. Ein besonderes Anliegen ist es daher auch, diese Bilder, die wir im vergangenen Jahr aus Zeitgründen nicht mehr bearbeiten und veröffentlichen konnten, in den kommenden Monaten in die Bildergalerie einzufügen. Mit dieser Galerie wollten wir ja zeigen, was mit relativ einfachen Mitteln zu erreichen ist, also ohne sehr teure, schwer zu bedienende Kameras und Teleskope. Das ist uns sehr(!) erfolgreich gelungen. Einige unserer Bilder sind in Zeitschriften, Büchern und auf CD veröffentlicht worden, und werden sogar von Händlern als Werbung für die von uns verwendeten Kameras und Geräte verwendet! Heute können wir (vielleicht mit etwas Stolz) verkünden: Mehr geht (zumindest bis zum Jahr 2007) mit einfachen Mitteln nicht! So ist auch in dieser Hinsicht ein gewisser Abschluss unserer Arbeit erreicht. Für das Jahr 2007 steht uns erstmals ein sehr teures Filter für die Sonnenbeobachtung auf Dauer zur Verfügung, und obwohl wir ja derart teure Geräte eigentlich nicht nutzen wollten, werden wir es uns nicht verkneifen, das eine oder andere Bild von der Sonne mit diesem Filter zu schießen!

Im Bereich der astronomischen Forschung hat das Sonnensystem im Jahr 2006 einen Planeten verloren! Pluto wurde offiziell der Planeten-Status aberkannt. Uns hat das nicht umgehauen, war doch auf unserer Homepage schon immer zu lesen: Pluto ist kein Planet! Auf Jupiter haben sich drei weiße Ovale zu einem großen Wirbel vereinigt, der dann die rote Farbe angenommen hat, die vom berühmten Großen Roten Fleck bekannt ist. Wie es mit diesem kleinen Bruder des GRF weitergeht ist für die Forschung durchaus interessant. Bei der wichtigeren astronomischen Forschung gibt es mittlererweile eine schier unüberschaubare Menge von Aktivitäten, sie alle zu erwähnen ist unmöglich. Dennoch wollen wir einige davon  2007 verfolgen, und darüber berichten. Dabei kristallisieren sich einige Ziele klar heraus:

Im Bereich der Raumfahrt sind viele Missionen unterwegs, andere Missionen sind erfolgreich an ihren Zielen angekommen, und neue Missionen sind geplant. Die Kometensonde Stardust ist erfolgreich gelandet. Die Sonde Cassini liefert eine Flut von Daten aus dem Saturnsystem mit seinen geheimnisvollen Monden, um den Mars kreisen wie auch schon 2006 mehrere Orbiter, und die dort gelandeten Rover "Spirit" und "Opportunity" haben mittlererweile viele Kilometer auf dem roten Planeten zurückgelegt, und dabei die ursprünglich eingeplante Lebensdauer bereits weit überschritten. Sie haben den Marswinter erneut überstanden, und werden trotz einiger Blessuren wohl auch 2007 weitere Daten und Bilder liefern.  Der Mars Reconnaissance Orbiter ist erfolgreich in die geplante Umlaufbahn um den Mars eingeschwenkt, und die Venus-Sonde Venus Express hat die Venus erreicht. Die Pluto-Sonde New Horizons wurde nach endlosen Querelen endgültig auf den Weg gebracht. Die Amerikaner planen eine Rückkehr zum Mond, und machen sich Gedanken über den Nachfolger des teuren und anfälligen Space Shuttles, währen das antiquierte Sojus-Programm der Russen fehlerlos wie ein Uhrwerk funktioniert. Der Ausbau der (wohl wenig sinnvollen) ISS schreitet fort, wenn auch langsamer als geplant. Ob das alternde Hubble-Teleskop das Jahr 2007 funktionsfähig übersteht, ist allerdings fraglich.

 

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Finsternisse 2007


 

Finsternisse im Jahr 2007:  Das kleine Bild links zeigt nocheinmal die Positionen von Mond, Erde und Sonne, die für eine Finsternis gut sind.  Wegen der Neigung der Mondbahn gegen die Erdbahn tritt dieser Zustand im Halbjahresabstand (also zweimal im Jahr) auf. Eigentlich müssen wir uns 2007 nicht viel Arbeit machen: Mit den von Deutschland aus sichtbaren Ereignissen werden wir nicht gerade verwöhnt. Zwar finden wie immer durchschnittlich zwei Sonnenfinsternisse und zwei Mondfinsternisse statt, die Sonnenfinsternisse sind leider nur partiell, und von ganz Europa aus nicht beobachtbar. Die Mondfinsternisse sind wenigstens total, aber auch davon ist nur eine in Mitteleuropa in ganzer Länge sichtbar. Dieses Jahr ist also in Bezug auf Finsternisse wie schon 2006 nicht sehr produktiv, positiv formuliert bleibt nur der übliche Kommentar, das wir nicht auf schlechtes Wetter hoffen müssen, um uns viel Arbeit zu ersparen. Eine wenigstens leichte Besserung ist in Sicht für das kommende Jahr 2008, aber das hat ja noch Zeit......

 

Genauere Information zu den Finsternissen:

 

Totale Finsternis des Mondes am 3/4 März: Da der Erdschatten recht groß ist, dauert eine Mondfinsternis sehr lange, wenn der Mond genau durch die Mitte des Schattens läuft. Bei dieser Finsternis ist das nicht exakt der Fall, dennoch dauert die Totale Phase übe eine Stunde. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde um 21.16 Uhr MEZ ist kaum feststellbar, weil sich die sehr helle Mondscheibe dabei für das Auge kaum nennenswert verdunkelt. Erst beim Eintritt in den Kernschatten um 22.30 Uhr MEZ wird die Mondscheibe "angeknabbert", bis der Mond um 23.44 Uhr MEZ voll im Kernschatten verschwunden ist. Ende der Totalen Finsternis ist um 0.58 Uhr, um 2.12 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten der Erde, und um 3.25 Uhr auch den Halbschatten. Die Finsternis ist damit dann auch offiziell beendet, und die Hobbyastronomen dürfen ins Bettchen!

Totale Finsternis des Mondes vom 28. August:  Bei  dieser Finsternis trifft der Mond den Kernschatten der Erde noch zentraler als bei der ersten Finsternis des Jahres, die totale Phase dauert daher fast 1 1/2 Stunden. Leider von Europa aus nicht zu sehen, da sie am hellichten Tag stattfindet. Also auf in den pazifischen Raum oder nach Alaska, oder doch besser auf eine günstigere Gelegenheit warten? 

Partielle Finsternis der Sonne vom 9. März:  Der Mondschatten verläuft über große Bereiche von Asien, dort ist die Finsternis mit einer Bedeckung von maximal 87% der Sonne also gut zu beobachten. Wir in Europa gehen leer aus. Wollen wir es den Asiaten gönnen auch einmal in den Genuss einer Finsternis zu kommen, zumal es ja auch nur eine partielle ist....

Partielle Finsternis der Sonne vom 11. September:  Diese Finsternis erreicht eine Bedeckung der Sonnenscheibe von 75%. Die Bewohner der südlichen Hälfte von Südamerika dürfen sich daran erfreuen, die Schafherden auf Feuerland können direkt nach Sonnenaufgang das ganze Spektakel genießen, und auch die Pinguine der Antarktis werden noch bedient. Uns Europäer reißt das nicht vom Hocker.

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Oppositionen von Mars, Jupiter und Saturn


 

Oppositionen gibt es bei Planeten, die ihre Bahnen außerhalb der Erdbahn haben. In der Opposition stehen sich von der Erde aus gesehen der Planet und die Sonne genau gegenüber, daher die Bezeichnung "Opposition". Wenn die Sonne im Westen untergeht, geht der Planet im Osten gerade auf. Diese Stellung ergibt sich immer, wenn die Erde den Planeten auf ihrer innen gelegenen Bahn "überholt", und dabei ist die Entfernung zwischen Erde und Planet besonders klein, der Planet erscheint besonders hell und groß. Weil sich Jupiter und Saturn sehr viel langsamer als die Erde um die Sonne drehen, gibt es Oppositionen in Abständen von etwas mehr als einem Jahr. Mars bewegt sich schneller, und läuft der Erde davon, deshalb braucht die Erde fast zwei Jahre, um Mars einzuholen, eine Opposition ist nach 2005 also 2007 wider fällig.

Oppositionen sind für die Beobachtung der Planeten interessant, weil der Abstand von der Erde dann am geringsten ist, und der Planet um Mitternacht am höchsten am Himmel steht. Je höher der Planet am Himmel steht, desto geringer ist der Einfluss der Luftunruhe auf das Bild des Teleskops. Deshalb sind auch die Oppositionen am besten, bei denen der Planet ohnehin eine große Höhe am Himmel erreicht! Besonders interessant wäre in diesem Jahr die Beobachtung von Jupiter, weil sich dort aus drei weißen Ovalen in einem südlichen Wolkenband ein immerhin schon Erdgroßer zweiter "Roter Fleck" gebildet hat, der nun dem "Großen Roten Fleck" GRF Konkurrenz macht. Einige Astronomen betrachten das als kleine Sensation, und man ist gespannt, ob der "Kleine Rote Fleck" KRF sich auf Dauer halten wird.

Wir werden versuchen, auch 2007 Bilder von Saturn und Jupiter einzufangen, falls das Wetter und andere Umstände uns keinen Strich durch die Rechnung machen. Bei Jupiter stehen die Chancen aber extrem schlecht. Er steht am Himmel so niedrig, dass eine Fotografie wegen der Luftunruhe praktisch unmöglich sein wird. Bei Saturn stehen die Chancen erheblich besser, 57° über dem Horizont ist eine ordentliche Position für Beobachtung und Fotografie. interessant ist dabei zu beobachten, wie die Ringe von Saturn langsam wieder "eingeklappt" werden, Anfang 2009 sieht man sie dann wieder genau von der Seite!

 

Marsopposition 2007 gibt es als ganz besonderes Weihnachtsgeschenk genau am 24.12.2007! Die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in mittleren Breiten grob 66°, was in Bezug auf die Beobachtbarkeit ein sehr guter Wert ist. Der Äquator-Durchmesser des Mars  beträgt dann ca. 16 Winkelsekunden, seine Entfernung von der Erde ist wegen der stark elliptischen Bahn mit 88.200.000 km schon einige Tage vor der Opposition am kleinsten. Leider ist der Durchmesser des Planeten mit 16 Winkelsekunden viel kleiner als bei einer günstigeren Opposition, was die Beobachtung und Fotografie trotz der günstigen Höhe über dem Horizont sehr beeinträchtigt. Auf dem Bild links von der Opposition 2005 betrug der Durchmesser noch über 20 Sekunden, und bei der Opposition 2003 waren es sogar über 25 Sekunden! Dennoch eine vorerst letzte Chance, in den folgenden Jahren sieht es noch viel schlechter aus! Und noch eine Besonderheit als kleine Zugabe: am Tag der Opposition um 4.45 Uhr MEZ kommt es zu einer Bedeckung des Mars durch den Mond! Bilder von Marsoppositionen gibt es hier.

Jupiteropposition 2007: ist in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni, die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in mittlern Breiten grob 19 Grad, was bezüglich Luftunruhe ein extremschlechter Wert ist. So schöne Bilder wie bei früheren Opposition wird es also kaum geben, vermutlich wird eine ordentliche Fotografie von München aus eher unmöglich sein. Der Äquator-Durchmesser des Jupiters  ist dann ca. 45,8 Winkelsekunden, seine Entfernung von der Erde 644.000.000 km, eine Strecke, für die das Licht bei 300.000km/s etwa  37min benötigt. Wir beobachten Jupiter bei der Opposition also immer 37 min in der Vergangenheit! Bilder von Jupiteroppositionen gibt es hier.

Saturnopposition 2007 ist in der Nacht vom  10. auf den 11. Februar, die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in München ca. 57 Grad, was bezüglich Luftunruhe ein guter Wert ist. Der Durchmesser des Saturns (ohne Ring) beträgt dann am Äquator 20,3 und am Pol 18,2 Winkelsekunden. Die verschiedenen Durchmesser ergeben sich, weil Saturn wegen seiner schnellen Rotation stark abgeplattet ist. Die Entfernung von der Erde beläuft sich auf 1227.000.000 Kilometer. Die Ringe des Saturn sieht man Anfangs des Jahres noch unter 15° Öffnung, die bis Ende des Jahres auf 7° zurückgehen. Anfang 2009 wird man dann wieder genau seitlich auf die Ringe schauen, womit sie wegen ihrer extrem geringen Dicke in kleinen Fernrohren vorübergehend nicht sichtbar sind. Einige Bilder der Saturn-Opposition 2006 gibt es hier.

 

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