Einige Themen, die uns im Kurs 2007/2008 interessiert haben  

Finsternisse 2008

Omid Atai

Mars Phoenix Lander

Michael Meißner

Update Merkursonde Messenger

Aldo Brießmann

Verbesserung eines Teleskops

Jon Schmidt

Dunkle Energie eine Fata Morgana?

Svetlana Grupp

Lunar Reconnaissance Orbiter

Christiana Skoda (aktualisiert 2010)

Update Pluto-Sonde New Horizons

Anne Huber

Gamma-Teleskop Swift und GRB0800319B

Alexander Reisach

Oppositionen 2008

Florian Karl

HiRISE Kamera Reconnaissance Orbiter

Andreas Wagner

Das Magnetfeld des Merkur

Benedikt Krammer

Bilder von HiRISE und SHARAD

Robin Ziegler

2008 vorgeschlagene Missionen

Niklas Saffenreuther

Das Mondprojekt

Kater Francis

 

 

Allgemeine Gedanken zum Jahr 2008: Normalerweise schreiben wir diese Rubrik wegen der Angabe der aktuellen Daten für Finsternisse und Oppositionen nicht im angegebenen Jahr, sondern schon zu Beginn des jeweiligen Schuljahres am Ende des Jahres zuvor. Diese Zeilen wären also schon Ende 2007 fällig gewesen. Wegen einiger Veränderungen im Astronomie-Kurs sind wir nun, März 2008, recht spät dran! Schuld an dieser Verspätung ist auch die Tatsache, dass der Kursleiter sehr viel Zeit darauf verwendet hat, ein leistungsfähigeres Teleskop und eine bessere Kamera zu beschaffen. Das war mit viel Arbeit und Testerei verbunden, die preiswerten Teleskope sind Massenware, und streuen sehr stark in der Qualität. So führte unser Weg dieses mal bis nach Österreich, wo ein bekannter Optikmeister die von uns zum Kauf vorgesehenen Optiken auf Herz und Nieren geprüft hat. Dabei hatten wir im Gepäck auch unseren Refraktor, dessen Optik von diesem hervorragenden Spezialisten durch Nachpolieren stark verbessert werden konnte! Bei der Wahl einer neuen Kamera sind wir natürlich unserem Motto treu geblieben, nur mit einfachsten Mitteln und nicht mit teueren Spezialgeräten zu arbeiten! Wir haben mit der neuen Ausrüstung bei der Marsopposition und Saturnopposition Aufnahmen "geschossen", die in der Qualität schon ganz im oberen Bereich des Möglichen liegen, wie auch das kleine Bild des Saturns oben zeigt. (Für eine größere Version: Bild anklicken). Näheres zu der neuen Ausrüstung findet sich auch beim Mondprojekt.

 

Im Bereich der astronomischen Forschung hat sich an den wichtigen Themen wenig geändert. Die schon in den vergangenen Jahren aufgetauchten Fragen sind immer noch ungelöst und hochaktuell. Besonders interessant wird wohl die Erforschung der "Dunklen Energie" sein, weil sie unmittelbar das Urknall-Szenario und die Zukunft des Universums beeinflusst, und unserer (natürlich unmaßgeblichen) Meinung nach eventuell doch (wie auch Einstein sagte) "eine große Eselei" ist. Berufenere Leute als wir haben sich darüber auch Gedanken gemacht, und erklären die scheinbar beobachtete beschleunigte Expansion des Universums nicht mit der extra dafür aus dem Hut gezauberten "Dunklen Energie", sondern auf ganz andere Weise. Es bleiben folgende Fragen besonders brennend aktuell:

Im Bereich der Raumfahrt sind, wie auch schon im letzten Jahr gelistet, viele Missionen unterwegs, andere Missionen sind erfolgreich an ihren Zielen angekommen, und neue Missionen sind geplant. Die Kometensonde Deep Impact fliegt in ihrer zweiten Mission dem Kometen Hartley2 entgegen, und sucht auf dem Weg dorthin mit ihrem Teleskop nach extrasolaren Planeten. Die Sonde Cassini liefert eine Flut von Daten aus dem Saturnsystem mit seinen geheimnisvollen Monden, um den Mars kreisen wie auch schon 2007 mehrere Orbiter, und die dort gelandeten Rover "Spirit" und "Opportunity" haben mittlererweile viele Kilometer auf dem roten Planeten zurückgelegt, und dabei die ursprünglich eingeplante Lebensdauer bereits weit überschritten. Sie bereiten sich erneut auf eine Überwinterung vor, und werden hoffentlich auch 2008 weitere Daten und Bilder liefern.  Der Mars Reconnaissance Orbiter  liefert hervorragende Bilder der Marsoberfläche. Ganz aktuell wurden Anfang 2008 sogar die Staubwolken gerade abgehender Lawinen fotografiert! Die Venus-Sonde Venus Express hat auf der Venus die Existenz von Blitzen in der Atmosphäre nachgewiesen, was sehr interessant ist, da Blitze bisher nur in Verbindung mit Wasser bekannt waren. In den absolut trockenen Wolken der Venus könnte eventuell Schwefelsäure die Rolle des Wassers übernehmen. Die Pluto-Sonde New Horizons hat bereits am 28.02.07 Jupiter passiert, und ist weiter auf dem Weg zu den entfernten Außenposten unseres Sonnensystems. Die Sonde Messenger hatte Anfang 2008 ihren ersten Vorbeiflug an Merkur, in dessen Umlaufbahn sie  Anfang 2011 eintreten soll. Auf dem Mars soll im Mai 2008 der Phoenix-Lander weich landen. Die Amerikaner planen weiter eine Rückkehr zum Mond, und wollen noch 2008 den Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) starten, auch machen sie sich Gedanken über den Nachfolger des teuren und anfälligen Space Shuttles, währen das antiquierte Sojus-Programm der Russen fehlerlos wie ein Uhrwerk funktioniert. Der Ausbau der (wohl wenig sinnvollen) ISS schreitet fort, das Europäische Raumlabor Columbus wurde Anfang 2008 erfolgreich angekoppelt.  Das alternde Hubble-Teleskop soll 2008 nun doch noch einmal gewartet werden, eine gefährliche Angelegenheit, in der Umlaufbahn des Hubble ist eine eventuelle Rettungsmission für die Shuttle-Crew nicht möglich! Auch für die Europäer wird es ernst: Noch Ende des Jahres soll das bisher größte Weltraumteleskop "Herschel" gestartet werden, das primär zur Beobachtung im Infrarot-Licht geeignet ist, und um Störungen durch Erde und Mond zu vermeiden im Lagrange-Punkt L2 positioniert werden soll. Mit Detektoren, die fast auf den Absoluten Nullpunkt abgekühlt werden müssen, wird das Gerät Auskunft über die erste Phase der Entstehung unseres Universums geben.

 

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Finsternisse 2008


 

Finsternisse im Jahr 2008:  Das kleine Bild links zeigt die Positionen von Mond, Erde und Sonne, die für eine Finsternis gut sind.  Wegen der Neigung der Mondbahn gegen die Erdbahn tritt dieser Zustand im Halbjahresabstand (also zweimal im Jahr) auf. So erwarten wir auch im Jahr 2008 zwei Sonnenfinsternisse und zwei Mondfinsternisse. Im Gegensatz zum letzten Jahr können von Europa aus drei dieser Finsternisse beobachtet werden. Lediglich die Ringförmige Sonnenfinsternis beschränkte sich auf den Bereich um die Antarktis, ein kleiner Zipfel von Australien bekommt auch noch was ab, die Kängurus waren angeblich begeistert. Wer unbedingt eine totale Mondfinsternis sehen wollte, musste am 21. Februar sehr früh aufstehen, und hatte dann fast immer mit Pech mit dem Wetter, das kennt man ja schon. Wir hatten den richtigen Riecher, uns sind gleich im Bett geblieben. Jetzt ist jedenfalls Geduld angesagt, in den kommenden Jahren können die Europäer ganz ungewöhnlicherweise keine totale Mondfinsternis beobachten, nun, auch das werden wir schon überleben........

 

Genauere Information zu den Finsternissen:

 

Totale Finsternis des Mondes am 20/21. Februar: Da der Erdschatten recht groß ist, dauert eine Mondfinsternis sehr lange, wenn der Mond genau durch die Mitte des Schattens läuft. Bei dieser Finsternis ist das nicht exakt der Fall, die totale Phase dauert deshalb weniger als eine Stunde, und eine Seite des Mondes wird auch in der Totalität deutlich kupferfarben leuchten, weil sie sehr nahe am Rand des Kernschattens der Erde liegt. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde um 01.35 Uhr MEZ ist kaum feststellbar, weil sich die sehr helle Mondscheibe dabei für das Auge kaum nennenswert verdunkelt. Erst beim Eintritt in den Kernschatten um 02.43 Uhr MEZ wird die Mondscheibe "angeknabbert", bis der Mond um 04.01 Uhr MEZ voll im Kernschatten verschwunden ist. Ende der Totalen Finsternis ist um 04.52 Uhr, um 06.09 Uhr verlässt der Mond den Kernschatten der Erde, und um 07.17 Uhr auch den Halbschatten. Die Finsternis ist damit dann auch offiziell beendet, und die übernächtigten Hobbyastronomen dürfen ohne Frühstück ganz schnell in die Arbeit fahren!

Partielle Finsternis des Mondes vom 16/17. August:  Bei  dieser Finsternis trifft der Mond den Kernschatten der Erde noch weniger genau als bei der Finsternis im Februar. Daher kommt es nicht zu einer vollständigen Verdunklung der Mondscheibe. Eintritt in den Halbschatten (wie immer kaum sichtbar) erfolgt um 20.23 Uhr Sommerzeit, Eintritt in den Kernschatten um 21.36 Uhr, Austritt aus dem Kernschatten folgt um 00.45 Uhr, und um 01.57 wir auch der Halbschatten verlassen. Im Höhepunkt der Finsternis werden 81% der Mondscheibe verdunkelt. Die schöne kupferrote Farbe einer totalen Finsternis wir wegen der Helligkeit der restlichen 19% des Mondes kaum sichtbar sein. 

Ringförmige Finsternis der Sonne vom 7. Februar:  Im Gegensatz zu Mondfinsternissen, die normalerweise auf der ganzen Nachthälfte der Erde zu beobachten sind, ist eine Sonnenfinsternis nur in einem ganz engen Streifen gut sichtbar, den der kleine Mondschatten über die Erde zieht. Steht der Mond zufällig weiter von der Erde entfernt, so kann er die Sonnenscheibe nicht voll abdecken, und ein heller Ring bleibt sichtbar. Die Helligkeit des Rings überstrahlt alle interessanten Erscheinungen einer totalen Finsternis, keine Korona ist zu sehen! Also gönnen wir neidlos den Pinguinen der Antarktis das Vergnügen!

Totale Finsternis der Sonne vom 1. August:  Diese Finsternis erreicht die Totalität in einem Streifen von Alaska über Grönland, am Nordpol vorbei über Russland nach China. Alles Orte, wo sich ein normaler Mitteleuropäer normalerweise nicht aufhält. Bei uns in München gibt es mal gerade magere 8% Bedeckung, Beginn um 10.53 Uhr Sommerzeit, Ende um 12.18 Uhr. Nun, nicht gerade ein umwerfendes Spektakel, aber kostenlos, also Hinschauen lohnt dennoch!

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Oppositionen von Mars, Jupiter und Saturn


 

Oppositionen gibt es bei Planeten, die ihre Bahnen außerhalb der Erdbahn haben. In der Opposition stehen sich von der Erde aus gesehen der Planet und die Sonne genau gegenüber, daher die Bezeichnung "Opposition". Wenn die Sonne im Westen untergeht, geht der Planet im Osten gerade auf. Diese Stellung ergibt sich immer, wenn die Erde den Planeten auf ihrer innen gelegenen Bahn "überholt", und dabei die Entfernung zwischen Erde und Planet besonders klein ist, der Planet erscheint dann besonders hell und groß. Weil sich Jupiter und Saturn sehr viel langsamer als die Erde um die Sonne drehen, gibt es Oppositionen in Abständen von etwas mehr als einem Jahr. Mars bewegt sich schneller, und läuft der Erde davon, deshalb braucht die Erde etwas länger als zwei Jahre, um Mars einzuholen, da Ende 2007 eine Opposition war, ist die Nächste also erst Anfang 2010 fällig. Bilder von Marsoppositionen gibt es hier.

Oppositionen sind für die Beobachtung der Planeten interessant, weil der Abstand von der Erde dann am geringsten ist, und der Planet um Mitternacht am höchsten am Himmel steht. Je höher der Planet am Himmel steht, desto geringer ist der Einfluss der Luftunruhe auf das Bild des Teleskops. Deshalb sind die Oppositionen am besten, bei denen der Planet eine große Höhe am Himmel erreicht, und zusätzlich der Erde besonders nahe kommt. Und da sieht es in den kommenden Jahren von Europa aus sehr schlecht aus. Entweder stehen die Planeten nicht hoch genug am Himmel, oder sie sind zu weit weg, und damit zu klein. Wie sich das bei Mars auswirkt, sieht man an dem beigefügten Bild, von Links nach Rechts die Größe des Mars bei den Oppositionen 2003/5/7 (für eine größere Version: Bild anklicken). Bei den kommenden Oppositionen wird Mars noch kleiner werden, und wenn er dann endlich wieder näher an die Erde rückt, steht er zu tief am Himmel, und kann deshalb nicht gut beobachtet werden. Dieser Zustand bessert sich erst wieder ab dem Jahr 2020, für die älteren Semester schon ein echtes Problem.......

 

Saturnopposition 2008 ist in der Nacht vom  24. auf den 25. Februar, die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in München ca. 53 Grad, was bezüglich Luftunruhe ein noch ordentlicher Wert ist. Der Durchmesser des Saturns (ohne Ring) beträgt dann am Äquator ungefähr 20 und am Pol grob18 Winkelsekunden. Die verschiedenen Durchmesser ergeben sich, weil Saturn wegen seiner schnellen Rotation um11% abgeplattet ist. Die Entfernung von der Erde beläuft sich auf etwa 1241.000.000 Kilometer. Die Ringe des Saturn sieht man Anfangs des Jahres noch unter 8,4° Öffnung, die bis Ende des Jahres auf 0,8° zurückgehen. Anfang 2009 wird man dann wieder genau seitlich auf die Ringe schauen, womit sie wegen ihrer extrem geringen Dicke in kleinen Fernrohren vorübergehend nicht sichtbar sind. Ein wunderschönes Bild der Saturn-Opposition 2008 gibt es hier, um dieses Bild zu machen, musste das Teleskop in den Wochen um die Opposition herum jede klare Nacht aufgebaut werden, und nur an zwei Tagen war die Luft für gute Bilder kurze Zeit ruhig genug. Zwischendrin konnten dann natürlich auch die Kursteilnehmer den Saturn im Fernrohr bewundern. In den kommenden Jahren verschlechtert sich die Sichtbarkeit von Saturn dramatisch, erst in 20 Jahren wird es wieder ähnlich gut aussehen wie in diesem Jahr.  Hoffen wir, das wir das Alle noch erleben....

Jupiteropposition 2008: Besonders interessant wäre in diesem Jahr die Beobachtung von Jupiter, weil sich dort aus drei weißen Ovalen in einem südlichen Wolkenband ein immerhin schon Erdgroßer zweiter "Roter Fleck" gebildet hat, der nun dem "Großen Roten Fleck" GRF Konkurrenz macht. Opposition ist in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli, die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in mittlern Breiten grob 20 Grad, was bezüglich Luftunruhe ein extrem schlechter Wert ist. Fotografieren und Beobachten wird von München aus eher unmöglich sein. Anders als bei Mars und Saturn gibt es aber einen Lichtblick: schon im Jahr 2011 bessert sich diese Situation extrem, und wir hoffen, dann mit unseren neuen Geräten hervorragende Bilder von Jupiter machen zu können! Bilder von vergangenen Jupiteroppositionen gibt es hier.       

 

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Im Jahr 2008 vorgeschlagenen Missionen


Ein riesiges Teleskop, Galaxienkarten erstellen und Laser auf dem Mars sind nur einige der Ideen, die NASA-Teams für die nächste Generation von Astronomie und Astrophysik-Missionen untersuchen. 19 Teams von Wissenschaftlern sollen lohnende Fragestellungen bei der Suche nach Exoplaneten und in aktuellen Gebieten der Astrophysik herausarbeiten. Eine Kommission wird dann die Ergebnisse sichten, und Prioritäten für die nächsten zehn Jahre setzten.

Planetenmissionen: Ein Schwerpunkt legt mit einem haben Dutzend Missionen bei der Suche nach erdähnlichen Planeten, auf denen Leben existieren könnte. Diese Idee gibt es seit den alten Griechen bis hin zur Moderne. Wir sind dabei in der Situation von Primitiven, die um ein Lagerfeuer herum sitzen, und neugierig sind, was wohl außerhalb dieses Lichtkreises liegt, nur ist unser Lichtkreis der Lichtkreis der Sonne!

Die verschiedenen Missionen decken dabei den ganzen Bereich der technischen Möglichkeiten ab, die zur Zeit entwickelt werden. Man wird versuchen mit speziellen Teleskopen Bilder von Riesenplaneten in benachbarten Sonnensystemen aufzunehmen. Dabei wird man verschiedene Arten von Koronographen verwenden, die das enorme Licht der Sonnen abblocken, und es ermöglichen, das extrem schwache Licht der Planeten zu finden. Eine dieser Missionen soll einen Koronographen mit einer Sternenlicht-Blende verwenden, die im All tausende Kilometer vor dem Teleskop positioniert wird. Andere Missionen sollen Interferometer verwenden, um damit Riesenteleskope mit enormem Auflösungsvermögen zu simulieren. Null-Interferometer können verwendet werden, um das Licht einer Sonne durch Interferenz auszulöschen, um so die Planeten sichtbar zu machen, andere Arten von Interferometern untersuchen die winzige Taumelbewegung eines Sterns, hervorgerufen durch die um ihn kreisenden Planeten.

Missionsname

Missionsziel (Exoplaneten)

Access

Suche nach Exoplanten mit einem vergleichenden Interferometer

Davinci

Suche nach Exoplanten mit einem Null-Interferometer

PECO

Suche nach Exoplaneten mit einem Amplituden-Phasen Koronographen

Epic

Direktes Abbilden von Exoplaneten naher Sterne

XPC

Untersuchung von neuen Interferometern zur Planetensuche

Planet Hunter

Untersuchung der Tauglichkeit eines 6m Inteferometers zur Planetensuche

 

Neun astrophysikalische Missionen sollen andere wichtige Fragen untersuchen. Das Spektrum reicht hier von Messungen zur Bestätigung der allgemeinen Relativitätstheorie bis zur Untersuchung der beschleunigten Expansion des frühen Universums. Alle Vorgänge, die bei der Geburt und dem Tod eines Sterns eine Rolle spielen, sollen untersucht werden, ebenso die Polarisation der kosmischen Hintergrundstrahlung, dem Überrest des heißen Feuerballs des Urknalls. Im Infrarotlicht will man entfernte Galaxien finden, die wir auf Grund der langen Lichtlaufzeit zur Zeit der Entstehung des Universums sehen, um die Art der Ausdehnung des Universums zu ergründen. Ein Interferometer auf dem Mond soll Wasserstoffwolken aus der Urzeit des Universums untersuchen. Ein Riesenteleskop mit 8 bis 10m Durchmesser ist im Gespräch, und auch Missionen, die die im Weltraum schwebenden organischen Moleküle und die kosmische Strahlung untersuchen sollen. Laser auf dem Mars sollen eine exakte Überprüfung der Aussagen der allgemeinen Relativitätstheorie ermöglichen.

Missionsname

Missionsziel (Astrophysik)

SFO

Unersuchung der Sternentstehung

MLR

Test der Relativitätstheorie mit Lasern auf dem Mars

LARC

Bau eines Radioteleskops auf dem Mond

CIP

Expansionsmessung mit der Rotverschiebung entfernter Galaxien

Epic

Expansionsmessung mit der Polarisation der Hintergrundstrahlung

Atlast

Weltraumteleskop mit 8 - 16 Meter Öffnung

Dali

Radio-Interferometer auf dem Mond

Aspire

Suche nach organischen Molekülen im Weltall

Oasis

Spektrometer für kosmische Strahlung

 

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Das Mondprojekt


Irgendwann erwischt es Jeden. So wurde der Wunsch nach einem leistungsfähigeren Teleskop und einer besseren Kamera immer "dringlicher". Zwar hatten wir mit der 35cm Optik von Celestron ein für Amateure sehr großes Gerät, aber das war gerade das Problem: Weil wir für jede Beobachtungsnacht das Fernrohr neu aufbauen müssen, war diese Optik einfach zu schwer!  Unsere Kamera für Mond und Planeten war eine ganz billige Webcam, und es stellte sich die Frage, ob es da nicht auch eine bessere Lösung gäbe. Recherchen im Internet waren wenig hilfreich, es gab eine Menge widersprüchlicher und unpräziser Angaben, die wenig hilfreich waren.

Die Montierung: Bisher hatten wir fast immer mit Teleskopen gearbeitet, bei denen die Gabelmontierung und die Optik eine untrennbare (schwere) Einheit bilden. Nun mussten Optik und Montierung aus Gewichtsgründen getrennt werden. Die Wahl fiel daher auf eine Deutsche Montierung, auf die der getrennte Tubus beim Beobachten aufgesetzt wird. Wir hatten für das Celestron eine alte Montierung, die mit Stativ fast 50kg auf die Waage brachte, ein Gewicht, das man ebenfalls nicht ohne Bandscheiben-Schäden schleppen kann. Mit Gegengewicht und Optik zusammen fast 100kg.

Wir haben uns daher an die Arbeit gemacht, und eine fahrbare Fernrohr-Säule entwickelt, auf die die Montierung aufgesetzt wird, und dann ohne Optik, aber mit Gegengewicht, auf Rollen aus dem Haus in den Garten gefahren werden kann. Dort wird dann die Montierung mit Schraubfüßen horizontal ausgerichtet aufgebockt, und die Optik aufgesetzt. Das klingt einfacher als es ist. Die ganze Angelegenheit muss enorm stabil sein, leicht rollen, darf nicht rosten und nicht schwingen! Zunächst wurde im Internet eine 1m hohe, 20cm durchmessende Aluminium-Säule erworben. Eine Spezialfirma schnitt uns einen Fuß aus dickem, wasserfesten Multiplex-Sperrholz nach unseren Angaben. Inzwischen fahndeten wir im Internet emsig nach speziellen Schrauben und Beschlägen aus rostfreiem Edelstahl, eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Nach wochenlangem Schrauben, Lackieren und Montieren war es tatsächlich so weit, das Monstrum war fertig!

Die Optik: Hier hatten wir schon einige Erfahrung. Trotzdem ein Problem, denn das Gerät sollte ja bei möglichst geringem Gewicht möglichst leistungsfähig sein! Das begrenzte die Öffnung vorab auf maximal 30cm. Eine gute Optik dieser Öffnung kostet 6000 Euro, und es beseht dennoch die Gefahr eine sogenannte "Gurke" zu erwerben (was das ist, kann sich ja wohl Jeder vorstellen). Also versuchten wir es erneut im Massenmarkt. Dort ist es viel billiger, aber die Gurkengefahr entsprechen größer! Nun, unter Einsatz einiger Beziehungen und etlicher Hunderter für Optikprüfung hatten wir zwar kein ganz perfektes, aber doch ansehnliches 30cm SC (ähnlich der Optik auf dem Bild recht unten) mit einem neu entwickelten Optik-Design auf dem Tisch. Jetzt wurde es eng! Was nützt das beste Teleskop, wenn kurz vor den für lange Zeit letzten brauchbaren Oppositionen des Mars und des Saturn noch keine neue Kamera vorhanden ist.........

Die Kamera: Im Internet waren wir auf einige Kameras gestoßen, wie gut die sind konnte natürlich mal wieder kein Mensch mit nachvollziehbaren Belegen sagen. Also wurde selbst getestet, eine zeitaufwändige und nervenaufreibende Arbeit, die dann aber tatsächlich zu einem positiven Ende gebracht werden konnte. Die Entscheidung fiel paradoxerweise auf eine DBK21 Industriekamera für Farbbilder, die denselben CCD-Chip wie unsere Webcam enthielt, allerdings mit einer wesentlich besseren Elektronik und einem Firewire-Anschluss an den Computer. Zusätzlich wurde noch eine monochrome größere Version DMK41 dieser Kamera getestet, die sich hervorragend für Mondbilder eignet, uns aber vor völlig neue Probleme bei der Bildverarbeitung stellte: So ist ein großflächiges Mondbild, mit der DMK41 aufgenommen, wegen der Luftunruhe nicht auf der ganzen Bildfläche gleichmäßig scharf. Man muss daher das Bild in kleine Teile teilen, diese getrennt bearbeiten, und dann wieder zum ganzen Bild zusammenfügen. Zufällig gab es passend zu diesem Zeitpunkt eine neue Software für den PC, die eben Dieses konnte. Damit war das Mondprojekt geboren:

Das Mondprojekt kam uns sofort in den Sinn, als wir die ersten Ergebnisse mit unserem neuen System sahen! Hunderte von winzigen Kraterchen auf den Bildern, die wir nie zuvor dort gesehen hatten! Sofort holten wir uns Apollo-Bilder aus dem Internet, und siehe da, die Krater gab es ja wirklich auf dem Mond! Wir waren begeistert, und beschlossen, alle (auch schon recht schönen) Mondbilder in der Bildergalerie nach und nach durch die neuen "Superbilder" zu ersetzen. Einen Anfang haben wir mit der Hadley-Rille, dem Alpental und dem Krater Clavius gemacht, viele weitere Bilder finden sich in der Galerie, darunter auch ein weiterer Vergleich der Auflösung mit einer Mondsonde am Krater Birt nahe der Langen Wand (Maus links von Birt positionieren). Diese Bilder sind im Moment für einen Amateur mit kleinerem Gerät der absolute Stand der Technik, und zählen zur Referenzklasse. Die maximale Auflösung einiger Bilder liegt mit weniger als 0,5 Bogensekunden (das ist 1/3600 des Monddurchmessers) unter einem Kilometer auf dem Mond, und stellt praktisch die theoretische Grenze einer 30cm Optik dar. Die Bilder haben einiges Aufsehen erregt, mehrere davon sind bereits in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" 6/08 veröffentlicht. Daher haben wir beschlossen, ein Tutorial für ambitionierte Anfänger-Mondfotografen mit etwas Grundwissen für die Homepage der Schule zu schreiben.

 

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