Einige Themen, die uns im Kurs 2008/2009 interessiert haben

 

Infrarotaufnahmen von Mond und Planeten

Kater Francis

Was bringen bessere Optik und  Kamera?

Ziemlich viel....

Finsternisse 2009

Europa geht leer aus

Oppositionen 2009

 Nicht so super

Dauerläufer Spirit und Opportunity

Sie wollen ewig leben

Phoenix Lander: Ende der Mission

Erbarmungslos erfroren

Auflösung eines kleinen Teleskops

Komplett neu bearbeitet

Erstellung hoch auflösender Bilder

Komplett neu bearbeitet

Vulkanismus auf dem Mond

Interessante Zusammenfassung

Geologie des Mondes

(Selenografie)

Pole, Berge, Libration

Kater Francis

Radar-Astronomie

(speziell: Fotos vom Mond-Südpol)

 

 

Technische Ausrüstung zur Saison 2008/2009: Das Jahr 2008 wurde dominiert von der Beschaffung neuer Technik (Optik und Kamera) und den sich daraus ergebenden Folgen. Bisher war der Astronomiekurs fast vollständig auf die Instrumente des Kursleiters in einem Nachbarort angewiesen. Das hat sich 2008 geändert. Im Rahmen des Neubaus war auf dem Dach der Schule eine Fernrohrsäule vorgesehen, die aber leider nicht in der mit den Architekten besprochenen Form ausgeführt wurde. So gab es erhebliche Probleme für die Kursleiter, doch noch eine brauchbare Lösung zu finden. Das ist zumindest teilweise gelungen, und es steht jetzt besage Säule mit einem leistungsfähigen computergesteuerten Teleskop (25cm Öffnung) zur Verfügung. Schwierigkeiten gibt es noch bei der Anbindung an einen Computer im warmen Klasszimmer, bei der die für die Bautechnik Verantwortlichen immer neue Probleme (leider ohne die zugehörigen Lösungen) aufzeigen, aber auch diese Hindernisse werden wir durch Eigeninitiative gelegentlich noch aus dem Weg räumen. Für besondere Spitzenleistungen steht dem Kurs die Außenstelle nach wie vor zur Verfügung, deren Geräte ebenfalls stark verbessert wurden.

 

Was bringt eine größere Optik und bessere Kamera? Betrachten zunächst einmal das Auflösungsvermögen einer Optik: Dabei gilt die Regel, dass die Auflösung proportional mit dem Durchmesser der Optik ansteigt, und umgekehrt proportional mit steigender Wellenlänge des Lichts abnimmt. Geht man von einer mittleren Wellenlänge des sichtbaren Lichts aus so ist eine grobe Faustregel, dass ein Fernrohr mit 10cm Öffnung zwei Punkte gerade noch getrennt zeigt, wenn der Winkel zwischen den Lichtwegen zu den Punkten eine Bogensekunde (das ist der 3600ste Teil von einem Grad) nicht unterschreitet. Eine Optik mit dreifachem Durchmesser würde also das dreifache Auflösungsvermögen von ca. 0,33 Bogensekunden (0,33") haben. Da das Volumen von Bauteilen mit der dritten Potenz des linearen Durchmessers steigt, steigt das Gewicht entsprechend, und eine solche Optik würde 27mal mehr wiegen als das kleine Fernrohr mit 10cm Öffnung. Durch besondere konstruktive Maßnahmen kann dieser Gewichtsanstieg zwar gebremst werden, aber dennoch ist bei etwa 30cm Spiegeldurchmesser die Grenze für eine transportabel und noch bezahlbare Optik erreicht. Man muss dabei auch bedenken, dass die erforderliche Montierung sehr tragfähig sein muss, und hier ebenfalls eine sehr deutliche Grenze für den Normalverbraucher gesetzt ist. Den riesigen Unterschied zwischen zwei solchen Optiken sieht man im Bild ganz anschaulich, gegen die 30cm rechts wirkt die 10cm Optik links unten geradezu wie ein Spielzeug!

Es stellt sich nun die Frage, ob das (nur) dreifache Auflösungsvermögen den enormen technischen und finanziellen Aufwand und die enorm erschwerte Handhabung überhaupt lohnt. Betrachten wir mal als Beispiel den Mond, und stellen uns die kleinen Krater und Strukturen als Kästchen auf einem Millimeterpapier vor. Auf einer Fläche von 10cm Kantenlänge haben wir dann 100 Objekte der Ausdehnung 1 x 1cm, aber bereits 900 Objekte der Ausdehnung 1/3 x 1/3cm. Die dreifache Auflösung bringt also die neunfache Zahl von Objekten in die Reichweite des Beobachters! Damit werden auf dem Mond und in den Wolkenbändern der Planeten unzählige Strukturen sichtbar, die der kleineren Optik verborgen bleiben. Zusätzlich sammelt eine Optik mit dreifachem Durchmesser auch 9mal mehr Licht, was bei schwachen Objekten wie Galaxien und Planetaren Nebeln ein Beobachtung oft überhaupt erst möglich macht! Die Größe der Optik ist also von entscheidender Bedeutung, je größer desto besser! Für einen Amateur liegt die obere Grenze leider aus den zuvor beschriebenen Gründen bei ca. 30cm Öffnung. Der Nachteil einer größeren Öffnung ist allerdings eine etwas größere Anfälligkeit gegen Luftunruhe, aber hier sollte das Motto gelten: Lieber gelegentlich hervorragende Bilder sehen, als häufiger nur Mittelmaß!

Kamera: natürlich möchte man auch gerne die Beobachtungen mit Bildern dokumentieren. Will man bezüglich Kosten und technischem Aufwand in einem erträglichen Rahmen bleiben, und dennoch an Amateurmaßstäben gemessen hervorragende Leistungen abliefern, so bleibt nur die Fotografie von Mond, Sonne und Planeten unter Anwendung der Videotechnik. Dabei werden für andere Zwecke konstruierte Kameras für Astronomie "zweckentfremdet", aussagekräftige Untersuchungen über die Eignung der Geräte für Astrofotografie liegen natürlich unter diesen Umständen nicht vor. So gibt es Kameras, die das Signal bei der Übertragung in den Computer komprimieren, und dabei wertvolle Bildinformation verschenken. Andere Kameras haben eine schlechte Elektronik, die starkes Bildrauschen bewirkt, oder es gibt schlechte und lichtunempfindliche CCD-Chips, die kaum brauchbare Ergebnisse liefern. Für die Planetenfotografie benötigt man kleine Bildflächen mit relativ wenigen Pixeln, weil sonst riesige unnötige Datenmengen anfallen, für die Fotografie von Mond und Sonne sind hingegen große Chips mit vielen Pixeln gefragt, damit man ein Bild nicht aus unzähligen kleinen Teilen mühsam zusammensetzen muss. Die Kameras sollten auch im unsichtbaren Infrarot und Ultraviolett noch genügend empfindlich sein, um für spezielle Aufgaben mit Filterverwendungen gerüstet zu sein.

Wir haben daher die interessantesten Kameras einem ausführlichen Test unterzogen, der so aufwändig wurde, dass wir ihn in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" Heft 6/2008 auf über zehn Seiten veröffentlicht haben. Hätten wir zu Beginn des Tests gewusst welche Arbeit da auf uns zukommt, so würde es den Test sicher nicht geben! Am Ende hatten wir aber die richtige Lösung gefunden. Wir verwenden nun für Planeten zwei identische VGA-Kameras (Eine in Farbe, die Andere s/w), und eine s/w-Kamera mit großem Chip für den Mond und die Sonne. Eine unserer neuen "Imaging Source" Kameras ist im Bild oben rechts zusammen mit der früher verwendeten TouCam (Mitte) und unserer besonders lichtempfindlichen Watec - Kamera für Galaxien und Nebel abgebildet. Die neuen Kameras haben identische Gehäuse, und können so am Teleskop sekundenschnell ohne Verschiebung des Bildes und ohne Nachfokussieren ausgetauscht werden. Das ist sehr wichtig, wenn bei der Verwendung von Filtern (z.B. bei der Infrarotfotografie) farbige und s/w-Bilder kombiniert werden müssen. Nachdem es uns gelungen war neben den neuen Kameras auch ein sehr ordentliches Spiegelteleskop mit 30cm Öffnung zu erwerben, das bei ruhiger Luft tatsächlich nahezu die theoretisch maximale Leistung bringt, gelangen uns mit der nun sehr guten Ausrüstung 2008 hervorragende Bilder (fast alle Bilder an dieser Stelle stammen von der neuen Optik und Kamera). Unser Saturnbild wurde Ende 2008 noch mal neu überarbeitet, und ist jetzt sicher eines der besten Amateurbilder der Saison 2008. Auch auf ganz neuen Gebieten wie der Infrarotfotografie liegen erste Ergebnisse vor. Obwohl wir die Öffentlichkeit der Homepage absichtlich nicht gezielt gefördert haben, gab es im Jahr 2009 sicher über 10.000 Zugriffe, ein bemerkenswerter Erfolg, der sich allerdings angesichts der damit verbundenen Stressbelastung der Kursleiter nicht unbedingt wiederholen muss!

 

Im Bereich der astronomischen Forschung können wir nur die auch im letzten Jahr gemachte Feststellung wiederholen. Die dort erwähnten Fragen sind immer noch ungelöst und hochaktuell. Besonders die Frage nach der "Dunklen Energie" rückt immer mehr in den Vordergrund. Sie ist unserer (natürlich unmaßgeblichen) Meinung nach eventuell doch (wie auch Einstein sagte) "eine große Eselei", und eventuell auch ganz anders zu erklären. Berufenere Leute als wir haben sich darüber Gedanken gemacht, und erklären die scheinbar beobachtete beschleunigte Expansion des Universums nicht mit der extra dafür aus dem Hut gezauberten "Dunklen Energie", sondern auf ganz andere Weise. Die Frage nach anderen Planeten und nach Leben im All ist vielen Forschern besonders wichtig. Würde doch der Nachweis von nicht irdischem Leben unsere ganze Kultur und Religion auf den Kopf stellen! Es bleibt also spannend:

Im Bereich der Raumfahrt verliert man langsam den Überblick über die laufenden Missionen. Alleine die NASA listet Mitte November 2008 ganze 76 Unternehmungen auf, und es gibt ja auch noch andere Länder mit Raumfahrtmissionen. So kreist z.B. der indische Mondorbiter Chandrayaan um den Mond, und hat sogar am 14.10.08 einen mit einer Kamera bestückten Einschlagkörper auf den Mond fallen lassen, wobei hervorragende Bilder entstanden sind. Einige ganz wenige Missionen wollen wir hier kurz ansprechen, und falls möglich im Laufe des Jahres aktualisieren. Die Kometensonde Deep Impact fliegt in ihrer zweiten Mission dem Kometen Hartley 2 entgegen, sie wurde Ende September 2007 aus dem Schlafmodus geweckt, weil ein Vorbeiflug an der Erde im Dezember 2007 stattfand. Danach wurde sie erneut in den Schlafmodus versetzt, und soll erst Oktober 2010 beim Anflug auf den Kometen Hartley 2 geweckt werden. Die Sonde Cassini im Saturnsystem befindet sich noch immer bei bester Gesundheit und liefert eine Flut von Daten und Bildern. Um den Mars kreisen immer noch mehrere Orbiter, und die dort gelandeten Rover "Spirit" und "Opportunity" haben ihre geplante Lebensdauer bereits extrem überschritten, trotz einiger Probleme funktionieren sie immer noch. Der Mars Reconnaissance Orbiter  liefert hervorragende Bilder der Marsoberfläche, und wird das wohl auch 2009 noch machen. Anfang 2008 wurde die Staubwolken gerade abgehender Lawinen fotografiert! Die Venus-Sonde Venus Express hat auf der Venus die Existenz von Blitzen in der Atmosphäre nachgewiesen, was sehr interessant ist, da Blitze bisher nur in Verbindung mit Wasser bekannt waren. In den absolut trockenen Wolken der Venus könnte eventuell Schwefelsäure die Rolle des Wassers übernehmen. Die Sonde hat 2007 und 2008 die Atmosphäre der Venus gründlich untersucht. Man hat interessanterweise auch von der Venus aus die Atmosphäre der Erde(!) untersucht, und tatsächlich eindeutig Elemente festgestellt, die Leben auf der Erde verraten. Das ist wichtig für die zukünftige Suche nach Leben auf Exoplaneten, wenn erst einmal die erforderlichen Instrumente bereitstehen.

Die Pluto-Sonde New Horizons hat bereits am 28.02.07 Jupiter passiert, und ist weiter auf dem Weg zu den entfernten Außenposten unseres Sonnensystems. September 2007 gab es eine Kurskorrektur, die Sonde wird nun nach und nach in immer längere Schlafphasen versetzt, der Weg zum Pluto ist noch lang. Hoffentlich kommt sie dort trotz einiger Fehlfunktionen der Bordcomputer gut an. Die Sonde Messenger hatte am 06.10.08 ihren zweiten erfolgreichen Vorbeiflug an Merkur, in dessen Umlaufbahn sie  Anfang 2011 eintreten soll. Auf dem Mars ist am 26. Mai 2008 der Phoenix-Lander weich gelandet, und konnte leider nur mit einigen Schwierigkeiten kämpfend seine Messungen durchführen. Temperaturen bis -100 Grad machten der Sonde das Leben schwer, die Batterien froren ein, am 02.11.08 gab es das letzte Signal. Die Amerikaner planen weiter eine Rückkehr zum Mond, und wollen den zunächst noch für 2008 geplanten Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) nun am 24. April 2009 starten, Ende 2008 befindet er sich im Vakuum-Test. Der Ausbau der (wohl wenig sinnvollen) ISS schreitet fort, das Europäische Raumlabor Columbus wurde Anfang 2008 erfolgreich angekoppelt.  Das alternde Hubble-Teleskop zeigte am 27. September 2008 Probleme mit der Elektronik, um diese zunächst zu klären, wurde die Wartungsmission (eine gefährliche Angelegenheit, in der Umlaufbahn des Hubble ist eine Rettungsmission für die Shuttle-Crew nicht möglich) auf Anfang 2009 verschoben. Eventuell hat Hubble übrigens den Wettlauf um die direkte Fotografie eines Exoplaneten gewonnen, eine entsprechende Veröffentlichung basiert auf Aufnahmen aus den Jahren 2004 und 2006. Das Bild rechts oben (NASA) zeigt, wie sich ein Künstler den Planeten in der Staubscheibe um seine Sonne vorstellt. Auch für die Europäer wird es ernst: Der Start des bisher größte Weltraumteleskop "Herschel" wurde auf Anfang 2009 verschoben, das primär zur Beobachtung im Infrarot-Licht geeignet Teleskop soll, um Störungen durch Erde und Mond zu vermeiden, im Lagrange-Punkt L2 positioniert werden. Mit Detektoren, die fast auf den Absoluten Nullpunkt abgekühlt werden müssen, wird das Gerät Auskunft über die erste Phase der Entstehung unseres Universums geben, geplant ist eine Missionsdauer von 3 Jahren.

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Finsternisse 2009


 

Finsternisse im Jahr 2009  Noch mal wie jedes Jahr zur Erinnerung: Das kleine Bild links zeigt die Positionen von Mond, Erde und Sonne, die für eine Finsternis gut sind.  Wegen der Neigung der Mondbahn gegen die Erdbahn tritt dieser Zustand im Halbjahresabstand (also zweimal im Jahr) auf. So erwartet man eigentlich zwei Sonnenfinsternisse und zwei Mondfinsternisse. Da die Geometrie bei einer Mondfinsternis nicht so kritisch ist (der Erdschatten ist in der Mondgegend noch sehr groß), kann der Mond unter geeigneten Bedingungen auch im Abstand von einem Monat jeweils zweimal in den Erdschatten geraten. Es kann also bis zu vier Mondfinsternisse in einem Jahr geben. So ist es auch in diesem Jahr, es gibt eine partielle und vier Halbschattenfinsternisse des Mondes sowie eine totale und eine ringförmige Sonnenfinsternis. Von Mitteleuropa aus ist nur die partielle Mondfinsternis ausreichend gut sichtbar.  Bei vier Finsternissen in einem Jahr trifft der Erdschatten den Mond normalerweise nur am Rand, was eine "ordentliche" Finsternis ausschließt. Auch hier gilt eben Masse ist nicht Klasse! Wie wir schon im letzten Jahr angedeutet haben ist Geduld angesagt, nicht nur in diesem Jahr können die Europäer ganz ungewöhnlicherweise keine totale Mondfinsternis beobachten, es wird es auch in den kommenden Jahren noch so bleiben. Nun, auch das werden wir schon überleben........

 

Genauere Information zu den Finsternissen:

 

Halbschattenfinsternis des Mondes am 9. Februar: Da der Erdschatten recht groß ist, dauert eine Mondfinsternis sehr lange. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde ist kaum feststellbar, weil sich die sehr helle Mondscheibe dabei für das Auge kaum nennenswert verdunkelt. Erst beim Eintritt in den Kernschatten wird die Mondscheibe "angeknabbert", bis der Mond voll im Kernschatten verschwunden ist. Da der Mond bei obiger Finsternis nicht in den Kernschatten eintritt, ist sie uninteressant. Auch wenn wir wollten könnten wir sie kaum beobachten, denn sie verläuft zwischen 13.37 MEZ und 17.39 MEZ, und der Vollmond geht erst 17.33MEZ bei uns auf.

Halbschattenfinsternis des Mondes am 7. Juli:  Sie verläuft zwischen 09.33 MEZ und 11.44 MEZ, und da der Mond selbst den Halbschatten der Erde nur ganz leicht "ankratzt", ist diese Finsternis selbst an den Orten wo sie eigentlich beobachtbar wäre wohl kaum zu sehen. Also auch mal wieder so ein Ereignis, das auch den enthusiastischsten Astronomen wohl kaum von Hocker reißt.

Halbschattenfinsternis des Mondes am 6. August:  Wie wir oben besprochen haben, folgt diese Finsternis einen Monat nach der vom 7. Juli. Das bedeutet, dass in beiden Fällen der Erdschatten nicht "passt", und so ist auch diese Finsternis absolut unspektakulär. Sie verläuft zwischen 00.01 MEZ und 03.17 MEZ, und ist von Europa aus sichtbar. Wer sich das unbedingt antun will, sollte noch beachten, dass seine Uhr MESZ (Sommerzeit) zeigt, aber zu sehen ist ja ohnehin (fast) Nichts.

Partielle Finsternis des Mondes vom 31. Dezember:  Bei  dieser Finsternis trifft der Mond den Kernschatten der Erde gerade noch etwas am Rand, das reicht nur für maximal 8% Bedeckung, was wegen der diffusen Schattengrenze kaum beobachtbar ist. Eintritt in den Halbschatten (wie immer kaum sichtbar) erfolgt um 18.15 Uhr MEZ, Eintritt in den Kernschatten um 19.52 Uhr, Austritt aus dem Kernschatten folgt schon um 20.54 Uhr, und um 22.30 wir auch der Halbschatten verlassen. Im Höhepunkt der Finsternis um 20.23 Uhr werden schlappe 8% der Mondscheibe verdunkelt. Die schöne kupferrote Farbe einer totalen Finsternis wird wegen der Helligkeit der restlichen 92% des Mondes nicht sichtbar sein. 

Ringförmige Finsternis der Sonne vom 26. Januar:  Im Gegensatz zu Mondfinsternissen, die normalerweise auf der ganzen Nachthälfte der Erde zu beobachten sind, ist eine Sonnenfinsternis nur in einem ganz engen Streifen gut sichtbar, den der kleine Mondschatten über die Erde zieht. Steht der Mond zufällig weiter von der Erde entfernt, so kann er die Sonnenscheibe nicht voll abdecken, und ein heller Ring bleibt sichtbar. Die Helligkeit des Rings überstrahlt alle interessanten Erscheinungen einer totalen Finsternis, keine Korona ist zu sehen! Also gönnen wir sie neidlos den Indonesiern und den Schiffen, die gerade im Indischen Ozean herumschippern, und sich über eine ringförmige Phase von immerhin fast acht Minuten freuen dürfen.

Totale Finsternis der Sonne vom 22. Juli:  Diese Finsternis erreicht die Totalität in einem Streifen von Indien über China bis weit in den Südpazifik.  Alles Orte, wo sich ein braver Mitteleuropäer normalerweise nicht aufhält. Bei uns in München gehen wir wieder mal leer aus, während sich die Chinesen nach 2008 schon wieder über eine totale Finsternis freuen dürfen, gerecht ist das nicht.....

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Oppositionen von Jupiter und Saturn


 

Oppositionen gibt es bei Planeten, die ihre Bahnen außerhalb der Erdbahn haben. In der Opposition stehen sich von der Erde aus gesehen der Planet und die Sonne genau gegenüber, daher die Bezeichnung "Opposition". Wenn die Sonne im Westen untergeht, geht der Planet im Osten gerade auf. Diese Stellung ergibt sich immer, wenn die Erde den Planeten auf ihrer innen gelegenen Bahn "überholt", und dabei die Entfernung zwischen Erde und Planet besonders klein ist, der Planet erscheint dann besonders hell und groß. Weil sich Jupiter und Saturn sehr viel langsamer als die Erde um die Sonne drehen, gibt es Oppositionen in Abständen von etwas mehr als einem Jahr. Mars bewegt sich schneller, und läuft der Erde davon, deshalb braucht die Erde etwas länger als zwei Jahre, um Mars einzuholen, da Ende 2007 eine Opposition war, ist die Nächste also erst Anfang 2010 fällig. Bilder von Marsoppositionen gibt es hier.

Oppositionen sind für die Beobachtung der Planeten interessant, weil der Abstand von der Erde dann am geringsten ist, und der Planet um Mitternacht am höchsten am Himmel steht. Je höher der Planet am Himmel steht, desto geringer ist der Einfluss der Luftunruhe auf das Bild des Teleskops. Deshalb sind die Oppositionen am besten, bei denen der Planet eine große Höhe am Himmel erreicht, und zusätzlich der Erde besonders nahe kommt. Und da sieht es in den kommenden Jahren von Europa aus sehr schlecht aus. Entweder stehen die Planeten nicht hoch genug am Himmel, oder sie sind zu weit weg, und damit zu klein. Wie sich das bei Mars auswirkt, sieht man hier. Bei der Jupiter-Opposition 2008 stand der Planet nur ca. 20° über dem Horizont, hinzu kam bei uns so unruhige Luft währen der ganzen Opposition, dass kein einziges brauchbares Foto gemacht werden konnten. Wir haben daher tief in die Trickkiste gegriffen, und mittels Infrarotfilter doch noch ganz nette Ergebnisse erzielt. Das kleine Bild links wurden mit dieser Technik aufgenommen, der helle Fleck links ist der Mond Io, der sich vor dem Planeten abzeichnet. Eine normale Farbaufnahme wäre wegen der Luftunruhe unmöglich gewesen, die Infrarotaufnahme ist hingegen noch ein ganz nettes Bildchen geworden.

 

Saturnopposition 2009 ist in der Nacht vom  8. März, die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in Deutschland ca. 47 Grad, was bezüglich Luftunruhe ein noch ordentlicher Wert ist. Der Durchmesser des Saturns (ohne Ring) beträgt dann am Äquator ungefähr 20 und am Pol grob18 Winkelsekunden. Die verschiedenen Durchmesser ergeben sich, weil Saturn wegen seiner schnellen Rotation um11% abgeplattet ist. Die Entfernung von der Erde beläuft sich auf etwa 1404.000.000 Kilometer. Die Ringe des Saturn sind um 27° gegen die Bahnebene geneigt, und weil Saturn wie ein Kreisel seine Drehachse im Raum beibehält, sieht man die Ringe während seines über 29 Jahre dauernden Umlaufs um die Sonne zweimal voll "aufgekappt" unter 27°, und zweimal exakt von der Seite unter 0°. Ende Dezember 2008 ist der Ring nur noch um 0,8 Grad geöffnet, die Öffnung nimmt dann bis April wieder auf ca. 4 Grad zu, um dann endgültig abzunehmen. Am 4. September 2009 wechselt die Erde auf die Nordseite der Ringebene, der Ring ist dann wegen seiner extrem geringen Dicke momentan nicht zu sehen. Dieses Schauspiel ist jedoch diesmal nicht beobachtbar, weil der Saturn dann fast exakt in Richtung Sonne steht.  Das es zweimal ein Minimum der Ringöffnung gibt hängt übrigens damit zusammen, dass die Erdbahn gegen die Saturnbahn geneigt ist. Bei der Opposition 2009 ist die Öffnung noch 2,6 Grad, man schaut dann also extrem flach auf den Ring und sieht ihn eher als helle Linie mit einer Ausdehnung von 45". Erde und Sonne stehen dann knapp südlich unter der Ringebene.  Erst am 23.03.2025 ist dann wieder die volle Ringöffnung von Norden gesehen zu bewundern. Ein wunderschönes Bild einer Saturn-Opposition 2008 gibt es hier, in den Jahren nach 2009 verschlechtert sich die Sichtbarkeit von Saturn dramatisch, erst in 20 Jahren wird er wieder richtig gut aussehen.  Hoffen wir, das wir das Alle noch erleben....

 

Jupiteropposition 2009: Besonders interessant wäre die Beobachtung von Jupiter, weil sich dort aus drei weißen Ovalen in einem südlichen Wolkenband ein immerhin schon erdgroßer zweiter "Roter Fleck" gebildet hat, der nun dem "Großen Roten Fleck" GRF Konkurrenz macht. Allerdings steht der Planet auch 2009 fast so niedrig am Himmel wie 2008, womit die Hoffnung auf gute Bilder schwindet. Opposition ist in der Nacht vom 14. August, der Äquatordurchmesser ereicht bei einer Entfernung von 603 Millionen Kilometern 49", die maximale Höhe über dem Horizont beträgt in mittleren Breiten grob 27 Grad, was bezüglich Luftunruhe ein sehr schlechter Wert ist. Fotografieren und Beobachten wird von München aus sehr problematisch sein. Anders als bei Mars und Saturn gibt es aber einen Lichtblick: Schon im Jahr 2011 bessert sich diese Situation extrem, und wir hoffen, dann mit unseren neuen Geräten hervorragende Bilder von Jupiter machen zu können! Bilder von vergangenen Jupiteroppositionen gibt es hier.       

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