Einige Themen, die uns im Kurs 20011/2012 interessiert haben  

Finsternisse 2012

Europa Fehlanzeige...

Oppositionen 2012

Das Übliche....

Venustransit 2012

Letzte Chance... 

Neue Kameras für Planeten

deutlich besser....

Beobachtungstreffen Jupiter/Mars

Markus Schmidtner 

Beobachtung Venustransit 2012

Abenteuer mit ungewissem Ausgang

Simulation Venustransit 2012

Ist das einfach? 

   

 

 

 


Finsternisse 2012


 

Finsternisse im Jahr 2012: Noch mal wie jedes Jahr zur Erinnerung: Das kleine Bild links zeigt die Positionen von Mond, Erde und Sonne, die für eine Finsternis gut sind.  Wegen der Neigung der Mondbahn gegen die Erdbahn tritt dieser Zustand nur zweimal im Jahr auf, einmal wie links skizziert mit Sonne rechts oben, und nach einem halben Umlauf der Erde um die Sonne, wenn die Sonne dann von links unten auf Mond und Erde scheint. So erwartet man eigentlich zwei Sonnenfinsternisse und zwei Mondfinsternisse im Jahr. Da die Geometrie bei einer Mondfinsternis nicht so kritisch ist (der Erdschatten ist in der Mondgegend noch sehr groß), kann der Mond unter geeigneten Bedingungen auch im Abstand von einem Monat, also zweimal hintereinander in den Erdschatten oder vor die Erde geraten. Es kann also bis zu vier Sonnenfinsternisse und bis zu vier Mondfinsternisse in einem Jahr geben, die Mondfinsternisse sind dann auf der ganzen Nachtseite der Erde zu sehen. Daher sind die Chancen an einem festen Ort Mondfinsternisse zu sehen recht gut. Wegen des  kleinen Mondschattens auf der Erde sind Sonnenfinsternisse hingegen nur auf (gegebenenfalls recht kleinen) Bereichen der Tagseite der Erde sichtbar, die Chancen auf eine Sonnenfinsternis an einem festen Ort sind also viel geringer als bei einer Mondfinsternis. In ungünstigen Jahren kann es allerdings auch vorkommen, dass an vielen Orten der Erde nicht einmal eine schöne Mondfinsternis zu sehen ist! Leider hatten wir 2011 etwas Pech, nur drei der 6 stattfindenden Finsternisse waren (teilweise) von Deutschland aus zu sehen. Im Jahr 2012 sieht es noch schlechter aus: Keine einzige der Finsternisse ist von Mitteleuropa aus sichtbar.

 

Genauere Information zu den Finsternissen:

 

Ringförmige Finsternis der Sonne vom 20/21. Mai:  Die Ringförmige Phase beginnt Asien und zieht über das Gelbe Meer und den Nordpazifik nach Kalifornien, und endet in den USA bei Sonnenuntergang. Die Scheibe des Neumonds verdeckt dabei 94,4% des Durchmessers der Sonne, es wird also nicht ganz dunkel, und die üblichen sehr interessanten Erscheinungen einer totalen Finsternis treten nicht auf. Dennoch ein spektakuläres Ereignis! Mitten im Pazifik wird eine maximale Länge der ringförmigen Phase von 5 min 46 s erreicht. Der Streifen für die ringförmige Sichtbarkeit ist maximal 237km breit. Die Finsternis beginnt am 20.05. um 21:56 MEZ (1. Kontakt)  und endet am 21.05 um 03:49 MEZ mitten in den USA. Die partielle Phase kann vom nordöstlichen Teil von Asien, der Arktis und fast ganz Nordamierika aus beobachtet werden. Europa geht leer aus.

Totale Finsternis der Sonne vom 13/14 November:  Diese Finsternis gibt es nach unserer Zeit in der Nacht vom 13. auf den 14. November. Der ganze Vorgang ist nur von der Südhalbkugel aus gut beobachtbar, und zwar im Südpazifik zwischen Australien und Süd-Amerika. So lieg auch der Höhepunkt mitten im Südpazifik, der Streifen der Totalität ist dort 179km breit, in der Mitte des Streifens gibt es 4min 2s Totalität. Der scheinbare Monddurchmesser beträgt dabei 1,05 Sonnendurchmesser. Der 1. Kontakt ist am 13.11. um 20:38 MEZ nördlich von Australien sichtbar, die Finsternis endet am 14.11. um 01:46 MEZ westlich von Südamerika im Ozean. Der Streifen der Totalität verläuft voll im Ozean, wir müssen also rechtzeitig unsere Privatyacht in Bewegung setzen, um das Spektakel nicht zu verpassen.

 

Partielle Finsternis des Mondes am 04. Juni:  Sie beginnt um 09:47 MEZ mit den Eintritt des Mondes in den Halbschatten, wovon wenig zu sehen ist. Interessant wird es ab 10:59 MEZ beim Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde. Die Mitte der Finsternis ist um 12:03 MEZ erreicht, um 13:07 MEZ tritt der Mond aus dem Kernschatten, und um 14:20 MEZ aus dem Halbschatten, und das Spektakel ist endgültig vorbei. Wie die Uhrzeiten unschwer erkennen lassen, werden wir in Deutschland davon nichts zu sehen bekommen.

Nachtrag: Zum Trost links ein kleines Bild der letzten beobachtbaren Finsternis, wo trotz Wolken einige Fotos geschossen werden konnten. Verwendet wurde kein großes Teleskop, sondern eine einfache Digitalkamera. 

Halbschatten Finsternis des Mondes am 28. November:  Eine solche Finsternis ist eigentlich recht uninteressant, und wird von vielen Beobachtern auch garnicht bemerkt. Der Mond tritt lediglich in den Halbschatten der Erde ein, das bedeutet, dass vom Mond aus gesehen die Sonne nicht voll von der Erde bedeckt wird. Die Helligkeitsabnahme des Mondes ist dabei oft so unspektakulär, dass sie kaum auffällt. Beginn um 13:13 MEZ  mit den Eintritt des Mondes in den Halbschatten, Mitte der Finsternis ist um 15:33 MEZ erreicht, und um 17:53 MEZ ist die Angelegenheit beendet. In Deutschland ist das ganze ein Vorgang am hellen Tag, und dementsprechend nicht beobachtbar. Das hat natürlich den Vorteil, dass wir uns nicht über die bei solchen Gelegenheiten immer in letzter Minute aufziehenden Wolken ärgern müssen.

 

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Oppositionen von Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto


 

Oppositionen genauer betrachtet: Oppositionen gibt es bei Planeten, die ihre Bahnen außerhalb der Erdbahn haben. In der Opposition stehen sich von der Erde aus gesehen der Planet und die Sonne genau gegenüber, daher die Bezeichnung "Opposition". Wenn die Sonne im Westen untergeht, geht der Planet im Osten gerade auf. Diese Stellung ergibt sich immer, wenn die Erde den Planeten auf ihrer innen gelegenen Bahn "überholt", und dabei die Entfernung zwischen Erde und Planet besonders klein ist. Der Planet erscheint dann besonders hell und groß, und erreicht die größte Höhe über dem Horizont um Mitternacht genau im Süden. Weil sich Jupiter und Saturn sehr viel langsamer als die Erde um die Sonne bewegen, gibt es Oppositionen in Abständen von etwas mehr als einem Jahr. Mars bewegt sich viel schneller und läuft der Erde davon, deshalb braucht die Erde mehr als zwei Jahre, um Mars einzuholen. Der Abstand von zwei Oppositionen ist übrigens nicht ganz konstant, weil sich die Planteten auf ihren Ellipsenbahnen nicht mit konstanter Geschwindigkeit bewegen. Wenn zum Beispiel der Mars sich im sonnennahen Bereich seiner stark elliptischen Bahn schneller bewegt, dauert es auch länger bis die Erde ihn dort einholen kann. Bilder von Marsoppositionen gibt es hier.

Oppositionen sind für die Beobachtung der Planeten interessant, weil der Abstand von der Erde dann am geringsten ist, und der Planet um Mitternacht die höchste Position der Nacht am Himmel erreicht. Je höher der Planet am Himmel steht, desto geringer ist der Einfluss der Luftunruhe auf das Bild des Teleskops. Deshalb sind die Oppositionen am besten, bei denen der Planet eine große Höhe über  dem Horizont erreicht, und zusätzlich der Erde besonders nahe kommt. Das Bild links zeigt den Jupiter nahe der Opposition 2011 mit dem Mond Europa (links vor Jupiter) und dessen Schatten auf Jupiter (rechts). Deutlich erkennt man das wieder voll eingefärbte südliche äquatoriale Wolkenband SEB mit dem eingebetteten großen roten Fleck GRF. Auf das Bild klicken liefert eine große Version mit weiteren Informationen über das Bild und einen Vergleich mit dem Aussehen von Jupiter und dem Großen Roten Fleck ohne SEB.

 

Marsopposition 03.03.2012: Besonders interessant ist immer die Opposition unseres "Nachbarn" Mars. Erkennt man doch sehr viele Einzelheiten, die sich zudem stark verändern können. Besonders sei da auf die Polkappen und auf die Sandstürme hingewiesen. Letztere werden allerdings gelegentlich so umfangreich, dass der ganze Planet unter einer braun-grauen Sandwolke versinkt, und keine Details erkennbar sind. Die vergangenen Jahre waren für Oppositionen von Mars sehr interessant, nun ist aber der Durchmesser auf einen mäßigen Wert geschrumpft, bei noch ausreichender Höhe über dem Horizont (wichtig für die Beobachtung ohne zu große Beeinträchtigung durch die Atmosphäre). In den kommenden Jahren wird es da ganz schlecht aussehen, also werden wir dieses Jahr noch mal versuchen, einige Bilder zu "schießen". Info über die Oppositionen auch von Mars gibt es an dieser Stelle.

 

Jupiteropposition 03.12.2012: Besonders interessant ist die Beobachtung von Jupiter allemal. So war das Wolkenband SEB im Jahr 2010 fast völlig verschwunden, und der berühmte große rote Fleck GRF stand frei vor der hellen Planetenoberfläche. Ende 2010 gab es allerdings erste Anzeichen dafür, dass das Wolkenband wieder sichtbar wird, und 2011 war es wieder voll ausgebildet. Auch steht der Planet bei der Opposition in München mit 63° erfreulich hoch am Himmel, nochmal deutlich besser als 2011. Der Äquatordurchmesser ereicht zwei Tage  vor der Opposition bei einer Entfernung von 4,07 AE beziehungsweise 609 Millionen Kilometern 48,5" (andere Quellen 48,2"), der Durchmesser über die Pole beträgt wegen der starken Abplattung des Jupiters nur 45,3". Im Jahre 2008 hatten wir nur mit raffinierten Tricks (Infrarot-Fotografie) einen Achtungserfolg bei der Jupiterfotografie erzielen können, 2009 haben wir es erst garnicht versucht. 2010 haben wir wieder angefangen, und noch relativ brauchbare Bilder machen können. 2011 waren die Bedingungen wettermäßig nicht ganz ideal, dennoch entstanden einige recht nette Bilder, von denen ein Exemplar auch schon in SUW veröffentlicht wurde. Die Bilder der Jupiteroppositionen gibt es hier. Die Tabelle unten zeigt, dass sich die Horizonthöhe von Jupiter bei den kommenden Oppositionen nochmals  verbessert, damit ist Jupiter der einzige Planet, der in den kommenden Jahren besonders gut von Deutschland aus beobachtbar ist.

 

Daten von Jupiteroppositionen für einen halben Jupiterumlauf für Breite 48° (München)

Datum

der Opposition

05.06.2007

09.07.2008

14.08.2009

21.09.2010

29.10.2011

03.12.2012

05.01.2014

06.02.2015

Größe in

Bogensekunden

45,8

47,2

48,9

49,8

49,4

48,2

46,6

45,1

Grad über

dem Horizont

20

19

27

40

54

63

65

58

Entfernung in

Erdbahnradien

4,30

4,16

4,03

3,95

3,97

4,07

4,21

4,35

Jede zweite(!) Saturnoppositionen für einen halben Saturnumlauf für Breite 48° (München)

Datum

der Opposition

31.12.2003

27.01.06

24.02.08

22.03.2010

15.04.2012

10.05.2014

03.06.2016

27.06.2018

Größe in

Bogensekunden

20,5

20,4

20

19,5

19,0

18,6

18,4

18,3

Grad über

dem Horizont

64

61

53

44

34

27

21

20

Entfernung in

Erdbahnradien

8,05

8,08

8,29

8,50

8,72

8,90

9,01

9,05

Oppositionen mit extremen Werten für die Horizonthöhe sind oben rot markiert

 

Saturnopposition 15.04.2012: Die maximale Höhe des Saturn über dem Horizont beträgt in München ca. 34 Grad, also schon wieder weniger als letztes Jahr, was bezüglich Luftunruhe ein kaum noch brauchbarer Wert ist. In den folgenden Jahren nimmt die Höhe weiter ab, wie man in obiger Tabelle entnehmen kann. Der Durchmesser des Saturns (ohne Ring) beträgt dann am Äquator 19,1 und am Pol 17,1 Winkelsekunden. Die verschiedenen Durchmesser ergeben sich, weil Saturn wegen seiner schnellen Rotation um 11% abgeplattet ist. Die Entfernung von der Erde beläuft sich auf etwa 8,72 AE (AE = mittlerer Erdbahnradius) entsprechend 1304 Millionen Kilometer. Die Ringe des Saturn sind um 27° gegen die Bahnebene geneigt, und weil Saturn wie ein Kreisel seine Drehachse im Raum beibehält, sieht man die Ringe während seines über 29 Jahre dauernden Umlaufs um die Sonne zweimal voll "aufgekappt" unter 27°, und zweimal exakt von der Seite unter 0°. Bei der Opposition 2012 ist der Ring 14 Grad (2011 waren es nur um 8,6 Grad) geöffnet, also immerhin gut die Hälfte der möglichen 27 Grad.

Ein schönes Bild einer Saturn-Opposition 2009 gibt es hier, wegen schlechten Wetters entstand dieses Bild jedoch erst einige Wochen nach der Opposition. In den Jahren nach 2009 verschlechterte sich wegen einer geringen Horizonthöhe die Sichtbarkeit des Saturn von Europa aus dramatisch, 2010 und 2011 haben wir auch wegen des schlechten Wetters erst garnicht versucht Fotos der Opposition zu schießen, das wird auch in den kommenden Jahren wegen der abnehmenden Horizonthöhe vermutlich wenig Sinn machen. Erst in 20 Jahren wird Saturn wieder richtig gut aussehen, die Tabelle oben zeigt ja auch schon die geringe Horizonthöhe bei den Oppositionen bis 2018. Weitere Daten dazu gibt es an dieser Stelle. In der Zwischenzeit können wir uns über die hervorragenden Bilder ärgern, die uns von der Südhalbkugel erreichen, oder wir müssen unser Köfferchen packen, und ein Amateursternwarte in Namibia besuchen.

Uranusopposition 29.09.2012:  Im Gegensatz zu Jupiter, der mit 48" einen stattlichen Durchmesser und große Helligkeit erreicht, muss sich Uranus mit einem Durchmesser von unter 3,7" begnügen, und sich mit entsprechend geringer Helligkeit zufrieden geben. In der Oppositionsnacht kulminiert Uranus um 0:13 MEZ zwischen den Sternbildern Fische und Walfisch. Er ist dann 2,852 Milliarden Kilometer oder 19,08 AE entfernt. Das Licht läuft dann von Uranus zur Erde 2 Stunden und 39 Minuten! Im Fernrohr ist Uranus ein kleines, grünliches Scheibchen, mit dem bloßen Auge ist er bei Helligkeit 5.7 nur theoretisch gerade noch zu sehen.

Neptunopposition 24.08.2012: Wo wir nun schon einmal dabei sind: Hier noch die Daten für die Opposition von Neptun. Sie findet am 24. August statt, Neptun hat dann eine Entfernung von 28,98 AE entsprechend 4,336 Milliarden Kilometer von der Erde. Entsprechend klein zeigt sich das Planetenscheibchen mit 2,3" scheinbarem Durchmesser. Es leuchtet nur sehr schwach mit bläulicher Farbe, und ist daher auch mit einem Teleskop nicht einfach zu finden. Die Höhe über dem Horizont für München ist auch nicht gerade berauschend, aber dieses Problem haben ja alle Oppositionen im Sommer (wer es nicht schon zuvor gelesen hat, findet an dieser Stelle weitere Information über die Horizonthöhe bei Oppositionen).

Plutoopposition 29.06.2012: Obwohl Pluto seinen Planeten-Status verloren hat, und nun als einer von vielen Zwergplaneten dahin vegetiert (inzwischen hat man andere Zwergplaneten außerhalb der Plutobahn gefunden, die sogar größer als Pluto sind), wollen wir auch seine Opposition hier aufführen. Er befindet sich im Sternbild Schütze, seine Horizonthöhe für München ist also gering. Er ist 31,24 AE entsprechend 4,674 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, und hat einen scheinbaren Durchmesser von nur 0,1". Das liegt unter dem Auflösungsvermögen selbst großer Amateurteleskope, er erscheint mit einer Helligkeit von nur 14.0 als extrem schwaches Lichtpünktchen im Teleskop, und ist dementsprechend schwer zu finden. Um sich die Entfernung mal vorzustellen: Das Licht läuft mit 300.000 km/s in einer Sekunde fast von der Erde zum Mond, bis zum Pluto würde es bei dieser Opposition vier Stunden und 20 Minuten laufen.

 

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Venustransit vor der Sonne


 

Venusdurchgang am 5./6. Juni 2012: Am 08.06.2004 fand ein Durchgang des Planeten Venus vor der Sonne statt. Dieses Ereignis ist im Prinzip nicht sehr spektakulär. Weil die Venusscheibe relativ groß ist, ist der Durchgang in Gegensatz zu einem Merkurdurchgang sogar mit dem bloßen Auge sichtbar. (Vorsicht: nur mit geeigneten Filtern arbeiten, sonst ist das Augenlicht extrem gefährdet! Nie mit einem Fernglas oder Teleskop direkt in die Sonne schauen, das Auge wird im Bruchteil einer Sekunde zerstört)! Das Ereignis ist jedoch extrem(!) selten, und daher dann unbedingt beachtenswert. Das Ereignis findet  im Abstand von über 100 Jahren statt, es gibt dann normalerweise zwei Durchgänge im Abstand von 8 Jahren. Der folgende Transit findet also im Jahre 2012 statt, ist aber von Deutschland aus leider nur teilweise und unter schlechten Bedingungen bei Sonnenaufgang beobachtbar. Wer dass verpasst, hat keine Chance mehr, er muss bis 2125 warten, der Transit von 2117 ist in Europa nicht beobachtbar.....

Für einen Transit muss die Venus genau in der Erdbahnebene liegen, und gleichzeitig genau in Richtung zur Sonne. 2012 kommt die Venus am 6. Juni um 2 Uhr in die untere Konjunktion mit der Sonne (Venus liegt in Richtung der Sonne, aber noch nicht genau in der Erdbahnebene), 16 Stunden später passiert Venus den absteigenden Knoten ihrer Bahn (Sie liegt dann in der Erdbahnebene). Das passt zwar nicht perfekt, zur Zeit der Konjunktion liegt Venus aber schon so nahe am absteigenden Knoten, dass es schon für ein Vorbeiziehen der Venus vor der Sonne reicht Der Vorgang beginnt vom Erdmittelpunkt aus gesehen um 23:10 MEZ, und dauert bis 05:50 MEZ. Die Neuvenus wandert dabei von Ost nach West über die Sonnenscheibe.

Hätte die Venus 2004 die Sonne nicht am unteren Rand, sondern in der Mitte getroffen, so wäre 2012 kein zweiter Transit zu beobachten, die Venus würde über der Sonnenscheibe vorbeiziehen. Der Venustransit vom 06.06. 2012 verläuft so: (Alle Zeiten MEZ, sie gelten für geozentrische Position auf der Erde. Lediglich die zwei zusätzlichen Zeiten unten sind MESZ und beziehen sich auf 50°00’ N  10°00’ O, an anderen Orten in Deutschland sind geringe Abweichungen möglich):

Der Sonnenaufgang ist am 06.06.2012 in der Mitte von Deutschland (Position wie oben angegeben) um 5:12 Uhr MESZ, damit ist also nur ein kleiner Teil des Transits (Venus verlässt die Sonnenscheibe am rechten oberen Rand) an der aufgehenden Sonne beobachtbar. Hoffen wir, dass die  vielen Frühaufsteher Glück haben, und nicht frustriert in die Arbeit fahren müssen. Auf jeden Fall sollte man schon in den Tagen vorher eine Position mit freiem östlichen Horizont suchen, und genau beobachten, an welcher Stelle die Sonne aufgeht. Ein so seltenes Ereignis sollte man sich nicht entgehen lassen. Wer es noch seltener mag: Im Jahre 69163 gibt es einen gemeinsamen Transit von Venus und Merkur, ob es dann auf unserem vermutlich von den Menschen ausgebeuteten und verwüsteten Planeten noch Beobachter gibt? Weitere Information zum Venusdurchgang gibt es an dieser Stelle, dort finden sich auch noch weiterführende Links, der Beobachtungsbericht zum Durchgang 2012 ist auch verfügbar. Zwar war die "wissenschaftliche Ausbeute" beim Durchgang 2012 nicht so besonders, aber die Beobachtung war ein stimmungsvolles, unvergessliches Erlebnis. Es lohnt sich, unseren Bericht zu lesen, einen kleinen Vorgeschmack gibt das Bild der Kapelle an unserem Beobachtungsort.

Bild oben: Im Rahmen der Vorbereitungen für die Beobachtung des Transits haben wir uns auch mal Gedanken darüber gemacht, welche Bildschärfe bei einer Einzelaufnahme mit einer preiswerten Tele-Optik überhaupt möglich ist. Speziell bei Luftunruhe (die eigentlich ein ständiger Begleiter bei astronomischer Bilderstellung ist) sind die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Selbst bei nur mittlerer Luftunruhe (die man eigentlich in Horizontnähe  immer vorfindet) ist die Bildqualität eher mäßig, erst bei der Überlagerung vieler Bilder mit Nachbehandlung des Summenbildes kommt man zu einem besseren Ergebnis. Genaueres hier.

Bild unten: Dieses Mal hat uns auch interessiert, ob man mit einfachsten mathematischen Ansätzen und aktuellen Himmelskarten aus einem PC-Programm selbst eine Simulation für den Venustransit erstellen kann. Es war dann etwas mühsamer als zunächst vermutet, aber im Ergebnis erstaunlich gut. Wer sich genauer informieren möchte, findet die genaue Beschreibung hier.

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Neue Kameras für Planeten und Mond


Kameras Stand 2012: Natürlich gibt es inzwischen mehrere gute Planetenkameras, aber auch der Trendsetter TIS hat mit etwas Verspätung "aufgerüstet", und liefert nun seine bekannten und beliebten 21er Kameras mit den 618er CCD´s von Sony. Damit hat sich die Eignung der Kameras für die Planetenfotografie nochmals deutlich verbessert. Die neuen Kameras haben im gesamten Bereich eine deutlich höhere Lichtempfindlichkeit, am wenigsten merkt man das am "blauen" Ende, ganz drastisch ist der Effekt im Infrarot. Das ist besonders für Aufnahmen bei unruhiger Luft ein großer Vorteil, weil man dann das IrRGB-Verfahren nutzen kann, um noch ausreichend gute Bilder zu bekommen. Gegenüber den alten Versionen stieg die Empfindlichkeit im Infrarot auf das Dreifache. Wir haben das zum Anlass genommen, einen ausführlichen Test dieser Kameras im Vergleich zu den Vorgänger-Versionen  für "Sterne und Weltraum" zu schreiben, veröffentlicht in Heft 12/2011 mit einem Umfang von 9 Seiten. Für Langzeitbelichtung sind die neun 21er Kameras allerdings nicht mehr optimal, weil sie ein relativ starkes Rauschen zeigen. Der Testbericht der neuen 21er Kameras stand in reduzierter Qualität zumindest zeitweise  an dieser Stelle zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein PDF, also bitte eine Weile Geduld, bis es geladen ist. In entsprechend reduzierter Qualität steht unser erster großer Testbericht von Astrokameras mit auch 2012 noch interessanter Information aus Heft 6/2008 als PDF zur Verfügung.

Ein Nachfolger der bewährten 41er Mondkamera ist eigentlich nicht erforderlich, die 41er ist immer noch ein guter Tipp, und wurde im Preis deutlich gegenüber 2008 gesenkt, wer unbedingt noch eine Stufe "aufsteigen" will, kann die neue 51er Kamera probieren, diese Kamera hat aber mit 1600x1200 Pixeln und 4,4 Mikrometern Pixelgröße schon einen so großen CCD-Chip, dass es bei Aufnahmen mit extremer Schärfe am Bildfeldrand schon Probleme geben kann, wenn das Bildfeld des Teleskops nicht absolut eben ist. Info über die Fotografie von Mond und Planeten gibt es in unserem Tutorial.