Berichte


In dieser Rubrik werden Beobachtungsberichte und Berichte über allgemeine Themen im Bereich Astronomie wiedergegeben.

 

 

 

 Besuch im Observatorium Königsleiten 

Bilder im Text anklicken zum Vergrößern!

Im Sommer 2001 waren wir auf einem Kurzurlaub am Gerlos, als uns im Hotel zufällig ein kleiner Zettel in die Hand fiel, der zu einem Besuch des Observatoriums Königsleiten aufforderte. Das war doch wohl ein Scherz? Hier, mitten in den Österreichischen Bergen sollte eine Sternwarte sein? Natürlich konnten wir unsere Neugier nicht zügeln, und machten uns sofort auf den Weg.

Und tatsächlich, am oberen Ende des Orts Königsleiten, gleich bei der Liftstation, leuchtete uns in der Dämmerung der beginnenden Nacht gespenstisch und zugleich verheißungsvoll ein roter Lauftext entgegen. Da stand sogar etwas von einer Planetariumsvorführung drauf, also nicht nur Fernrohre, sondern auch ein Planetarium sollte es geben? In der Vorhalle der Sternwarte fanden wir einen Verkaufsstand für Astro-Artikel, und studierten mit Interesse die zahlreichen Poster mit herrlichen Himmelsaufnahmen, und begutachteten ein antikes Teleskop mit viel poliertem Messing, ob das jemals mit den damals zur Verfügung stehenden Linsen ein gutes Bild gegeben hat? In nächsten Moment wurden wir abrupt aus unserer Ruhe gerissen: Eine Tür tat sich auf (es war die Tür zum Planetarium), und eine Menschenflut quoll hervor, na, das kann ja noch lustig werden.....

Mitten im Gewühl erspähten wir eine Person, die so aussah wie ein "Verantwortlicher" für den ganzen Trubel, Gewissheit verschaffte uns die Tatsache, dass die ganze Horde sich hinter ihm gruppierte, und im Gänsemarsch die schmale Treppe zur Dachplattform erstürmte. Oben öffneten sich die Türen der beiden Kuppeln, und wir erspähten Wunderbares: Einen superguten 20cm Refraktor der Firma Zeiss (dafür wird auf dem Gebrauchtmarkt der Gegenwert von einigen Mittelklasse Autos fällig), und ein brandneues, für Amateuer-Verhältnisse riesiges Spiegelteleskop mit 60cm Öffnung, dessen Kosten in die Hunderttausende gehen.

In langer Warteschlange langsam nach vorne vorgedrungen, durften wir auch einen Blick durch das Teleskop werfen. Eingestellt war der planetare Nebel NGC 6543, in unserem heimischen Teleskop ein unscheinbares, farbloses Fleckchen. Hier prangte er in hellem Blau, mit nadelfeinem Zentralstern, ja ist denn das überhaupt möglich?! Als wir uns spät am Abend nach begeisternden Bildern am Teleskop bei nachlassendem Rummel endlich trauten, den "Herrn der Teleskope", Dr. Tiersch, anzusprechen, war dieser schon sichtlich "geschafft". Weil der zweite Mann nicht anwesend war, musste er alleine den ganzen Stress bewältigen. Das war unsere Chance! Herr Dr. Tiersch hatte einen Artikel von uns in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" gelesen, und als wir Ihm den Vorschlag machten, am folgenden Abend die Führung der Besucher an den beiden Teleskopen zu übernehmen, stufte er uns wohl als genügen kompetent ein. Schnell hatte er uns die Computersteuerung der Teleskope erklärt, und wir hatten für den Rest der Nacht die Schlüssel zur Sternwarte in der Hand, ein Traum für jeden Amateur-Astronomen!

Mit größter Vorsicht, um die teuren Geräte nicht zu beschädigen, wurden nun alle sichtbaren interessanten Objekte eingestellt, und wir verglichen ihr Erscheinungsbild im häuslichen Teleskop unter dem dreckigen Münchener Himmel mit dem Bild des "Riesenteleskops" in der sauberen, klaren Bergluft! Ehe wir uns versahen, wurde es im Osten hell, langsam kroch die Morgenröte über den fernen Horizont. Schnell noch einmal M1 eingestellt, dann erstrahlten die ersten schneebedeckten Bergkämme bereits im hellen Rot der Morgensonne......

Am folgenden Abend erschienen wir brav wie besprochen, und leisteten unseren Tribut in Form einer schier endlosen Führung der Besucher an den Teleskopen. Wenn doch nur die Schüler im Unterricht so viel fragen würden wie diese Besucher, gäbe es wohl nur noch gute Noten! Zur Belohnung durften wir erneut die ganze restliche Nacht die Teleskope verwenden. Diesesmal hatten wir unsere ganz normale Digitalkamera mitgebracht, und haben sie provisorisch an das Teleskop gehalten. Trotz dieser nicht ganz optimalen Umstände haben wir ein recht schönes Jupiterbild geschossen.

Bedenkt man noch, dass die Sternwarte Königsleiten von München aus leicht in zwei Autostunden über Inntalautobahn und Zillertal erreichbar ist, und dass die Sternwarte in einer herrlichen Landschaft liegt, so lohnt sich sicher einmal ein Tagesausflug! Nach Besichtigung der berühmten Krimmler Wasserfälle lässt es sich am Stausee ausruhen, bis dann am Abend die Sternwarte mit Planetariumsvorführung und Beobachtung winkt. Es werden dort auch andere Veranstaltungen angeboten, für kleine Kinder bis Erwachsene. Auskunft liefert sicher auch die Münchener Volkssternwarte, die einen guten Draht nach Königsleiten hat. Für uns waren die Beobachtungsnächte mit den großen Teleskopen unter dem strahlenden Band der Milchstrasse und dem kristallklaren Nachthimmel der Berge ein Erlebnis, das wir unser ganzes Leben nicht vergessen werden.

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 Erlebnisbericht Schülerzeitung VOICE

Von Christian Wellmann

 

Die totale Sonnenfinsternis vom 11.08.1999

Ein Erlebnisbericht

10:00 Völlig verschlafen stehe ich auf und stelle erschrocken fest: schon 10 Uhr! Sofort schaue ich aus dem Fenster und sehe, dass es ziemlich bewölkt ist. Eindeutig das falsche Wetter für eine Sonnenfinsternis!

10:45 Der Koffer mit dem Fernrohr, die Kameras sowie auch die sonstige Beobachtungsausrüstung ist jetzt, wenn auch etwas spät im Auto. Die Fahrt in Richtung Berge und (hoffentlich) besseres Wetter  kann beginnen.

11:15 Der erste Kontakt! Durch meine Sonnenfinsternisbrille beobachte ich aus dem fahrenden Auto, wie sich der Mond langsam von Nordwesten her vor die Sonne zu schieben beginnt. Wir befinden uns gerade auf der Landstrasse, kurz vor Irschenberg. Von dort aus soll es dann auf der Autobahn weiter in Richtung Chiemgau gehen. Doch schon bei der Ausfahrt Bad Aibling geht nichts mehr. Das Radio meldet Stau bis Rosenheim, das Jahrhundertereigniss hat sich offensichtlich auch bei Anderen herumgesprochen! Also runter von der Autobahn, hinein in den Landstrassenstau! Über uns: eine ganz ordentliche Wolkenlücke! Eine Wiese, auf der sich schon ein paar andere Leute mit ihren Fernrohren eingerichtet haben ist auch da. Doch wir misstrauen dieser scheinbar großen Lücke. Wie sich später herausstellen sollte, zu Recht!

12:00 Nur noch 37 Minuten bis zur Totalität! Vollgas geht es über kleine Landstrassen und durch irgendwelche Dörfer an Rosenheim vorbei. Ein kurzer Blick: Gott sei Dank, kein Stau mehr, also zurück auf die Autobahn, und im Eiltempo weiter Richtung Osten.

12:10 Wir verlassen die Autobahn wieder und wollen schon das Fernrohr direkt hinter der Ausfahrt aufstellen. Ich werfe einen misstrauischen Blick auf die Wolken am Rand unseres Wolkenlochs. Die Sonne ist mittlerweile bereits zu einer relativ schmalen Sichel zusammengeschrumpft. Schließlich überrede ich meine Eltern, noch eine Ausfahrt weiter zu fahren.

12:15 Wir verlassen die Autobahn bei Bernau im Chiemgau. Auf der Suche nach einem geeigneten Beobachtungsplatz geht es durch den Ort, bis fast ganz an die Berge heran.

12:20 Wir parken das Auto am Rand einer Wiese, fast direkt am Fuß der Berge. Ein Blick nach oben: Unser Taktik macht sich bezahlt, über uns ein strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen könnte uns nun noch gefährden!

Im Eiltempo bauen wir das Fernrohr neben dem Auto auf. Den Fernrohrkoffer stellen wir, als Windschutz für das Rohr, auf das Autodach. Als letztes werden die beiden Kameras montiert (eine direkt ans Fernrohr, eine mit einem 500er Tele obendrauf).

12:33 In unserem Aufbaustress haben wir gar nicht bemerkt, dass es um uns herum bereits langsam etwas dunkler und merklich kühler geworden ist. Jacken werden angezogen, die Fernrohreinstellungen nochmals überprüft.

Unter einem Baum kann man schon sehr gut die „sichelförmigen Schatten“ sehen: Die Sonne, jetzt nur noch eine schmale Sichel, wird durch feine Lücken im Blätterdach des Baumes hundertfach auf den Boden abgebildet.

12:36 Der Mond verdeckt die Sonne nun fast ganz. Gleich ist es soweit! Von Nordwesten her kommt plötzlich ziemlich starker Wind auf! Der strahlend blaue Föhnhimmel wird gespenstisch dunkel und die Vögel hören auf zu singen! In ein paar Sekunden wird auch der letzte gleißende Rest der Sonne verschwunden sein!

Endlich! Die Sonnenkorona erstrahlt in einem eigenartigen silbernen Glanz vor dem fast schwarzen Himmel, sie ist nahezu kreisrund und dehnt sich in jede Richtung gut einen Sonnendurchmesser aus. Es ist ein atemberaubender Anblick, für eine Minute wird der Tag zur Nacht! Die Planeten Venus, Saturn und Jupiter, sowie einige hellere Sterne erstrahlen mitten am Tag! Über der Umgebung liegt eine, fast schon unheimliche, Stille. Niemand sagt etwas. Ich bin von diesem Naturschauspiel so fasziniert, dass ich fast vergesse, auf den Auslöser meiner Kamera zu drücken. Auch die anderen Leute beobachten die Finsternis so gebannt, dass sie ihre Umgebung scheinbar komplett vergessen!

Nach ca. einer Minute verblasst die Korona fast augenblicklich und es wird wieder Tag. Fasziniert beobachten wir noch eine Weile, wie der Mond die Sonne wieder freigibt, dann packen wir unsere Ausrüstung wieder ins Auto und machen uns auf den Heimweg. Was für ein Glück wir mit dem Wetter hatten, erfahren wir, als wir bereits ein paar Minuten nach unserer Abfahrt mit dem Auto im Regen stehen. Überglücklich und noch immer von diesem Jahrhundertereignis gebannt fahren wir zurück nach Hause.

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 Bericht über ein Kurstreffen

Von Laura Thüring und Ramona Schäffler

Zur genaueren Besprechung der Teleskope und ihrer Technik trafen wir uns an einem sonnigen Tages nach der Schule im Hause unseres Kursleiters, Herrn Wellmann. Bei dieser Gelegenheit sollten auch einige Bilder von den Kursteilnehmern und den Fernrohren für das Internet geschossen werden. Wir hatten uns zuvor mit dem üblichen Mistfraß (teuer und ungesund) einer bekannten Fastfood-Kette eingedeckt, und bis das Zeug verschlungen war, waren wir nicht ansprechbar. Als dann schließlich der letzte Brocken vertilgt war, konnte es losgehen. Zunächst bauten wir mehrere Fernrohre im Garten auf, und ließen uns deren Technik erläutern. Zwei Kursteilnehmerrinnen waren bereit, über das Gelernte Referate zu schreiben. Als das Wichtigste zum Thema Optik und Teleskopmontierung gesagt war, wurden Gruppenfotos und Einzelbilder geschossen. Dabei hatten wir natürlich eine ganze Menge Spaß, da die genauere Position jeder einzelnen herumfliegenden leeren MC Chicken- und Pommestüte genauer überlegt und konstruiert werden musste. Nach zwei Stunden harter Arbeit freuten wir uns alle auf Tee, Kaffee und Kuchen, immerhin hatten wir ja schon ganze zwei Stunden nichts gegessen..... 

So saßen wir noch ein Stündlein gemütlich beisammen und tratschten über Gott und die Welt, aber auch noch ein wenig über ASTRONOMIE.

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 Leben auf dem Mars?

Von Andreas Jakowetz (Schülerzeitung 2003)

 

Leben auf dem Mars? Diese Frage hat den Mars zum bestuntersuchten Planeten des Sonnensystems gemacht. Dabei wurde Erstaunliches entdeckt.

 

Schon der Astronom Lowell hatte sich die Frage gestellt, ob Leben auf dem Mars existiert und hat mit Hilfe seines Fernrohres, das schon recht gut war, Kanäle auf dem Mars erkannt. Er zeichnete daraufhin eine genaue Karte der Marsoberfläche, mit jenen Marskanälen und  auch Marsstädten, die er an den Kanalkreuzungen vermutete. Die Marskanäle dienten seiner Meinung nach zur Versorgung dieser Städte mit Wasser aus den Polregionen.

   

Die Marssonde „Viking“ machte erstaunliche Bilder, auf denen man ein geheimnisvolles Gesicht (Bild: NASA) und Ruinen einer alten Stadt zu erkennen glaubt. Dies waren für einige Forscher weitere Indizien für die Existenz von Leben oder früherer Kulturen auf dem Mars.

 

Dazu kam, dass man glaubte  einen Beweis für Pflanzenwachstum auf dem Mars gefunden zu haben. Beim Abschmelzen der Polkappen lässt sich eine „Welle der Verdunkelung“ beobachten, die über den Planeten läuft. Man hielt sie für eine „Wachstumswelle“. Heute glaubt man ihre  Ursache seien ungeheure globale Sandstürme.

 

Der Mond Phobos war für viele der Beweis für Leben auf dem Mars. Weil es sich um einen winzig kleinen Mond, der zugleich viel zu leicht für seine Größe war, handelt, lag die Erklärung nahe, er müsse innen hohl und daher von Lebewesen gebaut und in die Umlaufbahn des Mars gebracht worden sein. Heute zeigen Fotos von Raumsonden allerdings nur einen ganz normalen kleinen Mond, vermutlich aus sehr porösem, leichten Gestein. Wenn das ein künstlicher Satellit ist, so ist er zumindest sehr gut getarnt!

 

Nachdem schließlich in der Antarktis ein kleiner Meteorit, der vom Mars stammen soll, gefunden wurde, waren sich einige Wissenschaftler sicher, dass es zuminderst früher einmal Lebewesen auf dem Mars gab. Sie haben im Meteorit versteinerte Bakterien (Bild: NASA) gefunden. Diese Einschlüsse auf andere Weise zu erklären erscheint kaum möglich. Auch die Herkunft des Meteoriten vom Mars ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert.

 

Die Marskanäle erscheinen mit einem besseren Teleskop, als Lowell es hatte, nicht mehr als Kanäle, sondern als verwirrende Aneinanderreihung winziger Flecken. Sie sind also wohl eher eine optische Täuschung. Das Marsgesicht stellte sich auf genaueren Aufnahmen als ein Berg mit seltsamer Form heraus. Einzig die Marsbakterien könnten existieren und deshalb hofft man doch noch irgendwo in Höhlen oder unter Eisschichten Mikroorganismen zu finden. Auch die Pathfinder - Mission konnte bisher keine Anzeichen von Leben auf dem Mars entdecken, auch nicht von früherem Leben.

 

Weitere Informationen zu diesem interessanten Thema finden sich auch hier, und auf der Seite über den Mars.

 

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 Bericht über die Sonnenfinsternis 2003

Nach einer durchaus wahren Begebenheit!

In einem kleinen Haus in einer kleinen Stadt lebten ein junger Rabe und ein alter Bär. Der Rabe war noch so jung, dass seine Federn noch nicht richtig schwarz waren, und er kaum richtig fliegen konnte, und der Bär war schon so alt und grau, dass er sich oft kaum noch auf den Beinen halten konnte. Der alte Bär liebte süßen Honig gar sehr, den der junge Rabe verabscheute, Dieser hingegen suchte den ganzen Tag nach dicken Körnern, was wiederum dem alten Bären gar nicht gefallen wollte. Trotzdem lebten sie recht zufrieden in ihrem kleinen Haus, denn beide liebten es, Mond, Sonne und Sterne zu beobachten, und alles andere, was sich so am Himmel herumtrieb.

Eines Tages sprach der junge Rabe zum alten Bären: "Alter Bär, morgen, wenn der Hahn kräht, ist Sonnenfinsternis, und du musst aufstehen wenn noch alle anderen schlafen, und mit mir beobachten, wie der große Drache die Sonne frisst". Das gefiel dem alten, grauen Bären garnicht, und er erwiderte: "Kleiner Rabe, ich bin müde und erschöpft vom Honigsuchen, und will nicht aufstehen, wenn noch alle andern schlafen. Sollen doch alle anderen aufstehen, aber ganz, ganz leise bitte, damit mein Schlaf nicht gestört wird". Die himmelblaue Bettdecke, die über und über mit goldenen Sternen und Monden verziert war, zog er sich über die Ohren, und schnarchte laut, wie eben ein alter Bär schnarcht.

Aber diese Nacht hatte der graue Bär einen gar schrecklichen Traum: Ein riesiger, feuerspeiender Drache kam mit lautem Brausen herbeigeflogen und sprach mit donnergrollender Stimme: "Damit ich mein inneres Feuer nähren kann, muss ich die Sonne fressen, und pechschwarze Dunkelheit wird euch hinfort einhüllen bis an euer Lebensende". Da erschrak der alte Bär gar fürchterlich, und sprang aus dem Bett, gerade als der Hahn krähte, und alle anderen schliefen noch, nur der kleine Rabe war schon wach und rief: "Spute dich, alter Bär, wir müssen aufs Dach unseres kleinen Hauses steigen, nur von ganz oben werden wir etwas sehen". Da griff der Bär den Zauberkasten, den er einst von einem fliegenden Händler gekauft hatte, zwängte sich durch die enge Dachluke des kleinen Hauses, und wollte auf das Dach klettern. Doch das Dach war steil und feucht vom nächtlichen Tau, und gar rutschig, und als der alte Bär den Dachfirst erreicht hatte, klammerte er sich ängstlich an den Kamin. Tapfer hielt er den Zauberkasten mit dem kleinen Knopf, der in der Morgendämmerung geheimnisvoll glänzte. Er hielt den Kasten in Richtung Sonne, und drückte mehrmals auf den Knopf, genauso, wie es ihm der fliegende Händler geheißen hatte.

Der kleine schwarze Rabe konnte es kaum erwarten, bis der Zauberkasten beim Alchemisten war. Ungeduldig hüpfte er von einem Bein auf das Andere, und tatsächlich: Bald darauf hielten er und der alte Bär ein schönes Bild in der Hand, von der Sonne, wie sie gerade aufgegangen war, und der Drache sie fast zur Gänze verschluckt hatte. Da freuten sich der Rabe und der Bär gar sehr, und wenn sie nicht gestorben sind, dann freuen sie sich heute noch.

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 Ehemaliger Kursteilnehmer Michael Bauer 

Habe durch den Astronomiekurs ein interessantes Hobby erschlossen

 

Mein Name ist Michael Bauer. 2001 machte ich am Gymnasium Vaterstetten mein Abitur. In der Schulzeit habe ich mehrfach den Astronomiekurs besucht und dadurch ein neues, interessantes aber auch aufwendiges Hobby für mich erschlossen.

Durch den Besuch des Kurses sowie durch die Recherche in Astronomieforen bekam ich einen Eindruck, welche hervorragenden Aufnahmen bereits mit verhältnismäßig kleinen Amateurteleskopen möglich sind. Durch diese Eindrücke und meine ohnehin schon vorhandene Freude am Fotografieren entstand bei mir bald der Wunsch es mal mit einem eigenen "kleinen" Teleskop zu versuchen.

Im Spätsommer 2002 konnte ich mir diesen Wunsch erfüllen, indem ich ein 8" (20cm) Schmidt-Cassegrain-Teleskop (genau wie das damalige Schulteleskop) kaufte. Als ich einigermaßen mit der Bedienung des für mich neuen Geräts zu Recht kam, konnte ich meine ersten Aufnahmen mit einer kleinen Webcam (Philips ToUCam) wagen. Auch wenn diese Aufnahmen bei einem erfahrenen Hobbyastronomen eher ein Schmunzeln ausgelöst hätten, war ich doch begeistert, welche Möglichkeiten sich mir mit etwas Übung noch bieten würden.

Mit der Zeit wurden die Aufnahmen dann auch schon besser und ich lernte mit den verschiedensten Bildverarbeitungsprogrammen am Computer das Beste aus den Rohbildern herauszuholen. Während der etwas schwierigen Anfangszeit und noch bis heute steht mir Herr Wellmann mit Rat und Tat bei der Auswahl von zusätzlicher Ausrüstung und bei der Bildbearbeitung zur Seite. - Vielen Dank hierfür!

Nach einiger Zeit konnte ich bereits ganz ordentliche Detailaufnahmen von Mond und Planeten machen, so dass ich mich nun an den weit schwierigeren Teil der Astrofotografie wagen wollte: "Deepskyaufnahmen" und Langzeitbelichtung.

Ich adaptierte also meine Kamera (eine Canon EOS 10D) an einen kleinen aber sehr guten Takahashi-Refraktor der Ende 2003 seinen Weg auf den Rücken meines 8"-ers gefunden hatte und versuchte mich - zunächst mit kürzeren Belichtungen - an bekannten Objekten wie der Andromedagalaxie (M31) oder dem Orionnebel (M42). Erste Ergebnisse waren zwar schon ganz nett, zeigten aber die Hauptkriterien für gute Aufnahmen deutlich: Neben ruhiger Luft und einem dunklen Himmelshintergrund ist eine unglaublich präzise Nachführung unabdingbar. Die Anschaffung einer kleine Autoguiderkamera  brachte Abhilfe.

Als ich der Meinung war, mein Equipment soweit ganz gut im Griff zu haben, verglich ich meine Aufnahmen mit denen von anderen Hobbyastronomen und musste feststellen, dass ich noch ein gutes Stück von deren guten Ergebnissen entfernt war. Ich unterhielt mich mit einigen "Spechtlern" und holte mir einige Tipps aus dem Astronomieforum von denen, die ein ähnliche Kameras wie ich verwendeten. Einer dieser Hobbyastronomen erzählte, er müsse 7h oder länger belichten um genug Licht zu sammeln und um das Rauschen (stark körniges Bild durch unerwünscht freigesetzte Elektronen) des Kamerachips zu reduzieren…

Meine Begeisterung dies nachzuvollziehen hielt sich in Grenzen. Ich informierte mich also über mögliche Alternativen zu meiner Kamera, mit weniger Rauschen und "etwas" kürzeren Belichtungszeiten: Speziell für die Astronomie gefertigte Kameras mit aktiver Kühlung sowie hoher Lichtempfindlichkeit schienen eine optimale Lösung zu sein.

Als ich 2004 ins Berufsleben wechselte, konnte ich mir Ende des Jahres eine gebrauchte Version dieser nicht ganz günstigen Kameras leisten. Die ersten Erfahrungen die ich seither mit dieser Kamera sammeln konnte, haben die Entscheidung gegen meine bisherige Kamera gerechtfertigt. Die spezielle Astrokamera wird auf eine Temperatur von etwa -25°C gekühlt, und ist fast 10-mal lichtempfindlicher als meine alte Kamera. Die Belichtungszeiten haben sich damit drastisch verringert und auch die Bildqualität ist unvergleichbar besser (Je kälter der Chip, desto weniger Rauschen im Bild!) - Die kürzere Aufnahmezeit kommt mir auch sehr gelegen, da durch den Beruf die Zeit für die Astronomie leider ziemlich knapp geworden ist.

Um den Aufwand für Aufbau und Justierung noch zu verringern und die Genauigkeit der Nachführung zu verbessern, habe ich mir vor kurzem eine stabile deutsche Montierung zugelegt. Mit ein wenig Übung ist die Montierung in ca. 15 Minuten einsatzbereit. - Auch mein Teleskop hat gerade einen "großen Bruder" bekommen (ein SC mit 30cm Öffnung). Mit dessen höherer Lichtstärke lässt sich die Aufnahmezeit noch mal reduzieren. Die Optik scheint sehr gut zu sein und so freue ich mich darauf, noch viele schöne Aufnahmen mit ihr zu machen, erste Versuche waren die Galaxie M101 und der Hantelnebel M27. Viele Grüße an alle Kursteilnehmer!

 

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 Bericht über das Kurstreffen "Mars 2005"

Von Henry Bliemel

Die Marsopposition 2005 war so eine zweischneidige Sache: einerseits mit sehr hohen Erwartungen des Kursleiters bedacht, da es in den kommenden Jahren keine so gute Möglichkeit zu Beobachtung des "Roten Planeten" mehr gibt, andererseits das mühsame Aufbauen der Ausrüstung an jedem klaren Tag, und die Beobachtung in der ersten Hälfte der Opposition beginnt dann erst nach Mitternacht, welcher Kursteilnehmer ist so spät (oder besser gesagt so früh) "verfügbar"?!

Als Schüler merkt man da ganz deutlich, welchen Zwängen man in jungen Jahren schon ausgesetzt ist. Einerseits würde man ja gerne einmal ein Nacht "durchmachen", andererseits ist es aber mit den Pflichten als Schüler kaum zu vereinbaren, wenn man dann am nächsten Morgen müde wie eine Schnecke in die Schule kriecht, um eine Schulaufgabe zu schreiben. So kam es dann auch wie es kommen musste, nur ganz wenige Kursteilnehmer haben eine Nacht mitgearbeitet, ich gehörte (aus den erwähnten Gründen) nicht dazu.

Es blieb also die Hoffnung auf die zweite Hälfte der Opposition, wo die Beobachtungen dann auch am frühen Abend stattfinden konnten, aber wie das Leben so spielt, just in diesem Zeitraum folgte eine wochenlange Periode mit schlechtem Wetter. Wohl um uns ein wenig zu trösten, wurden wir daher zu einem Kurstreffen "Mars 2005" eingeladen, und da auch die Rede von Kaffee und Kuchen war, versammelten wir uns ziemlich vollständig in Zorneding, wo auch unsere Teleskope stehen.

Zunächst wurden den Kursteilnehmern in kleinen Gruppen die Beobachtungsgeräte und die Werksatt  erläutert. Zum Anpassen der Kameras und des Zubehörs an die diversen Teleskope sind oft Adapter erforderlich, die im Handel kaum zu beschaffen sind, daher gab es in der Werkstatt sogar eine Drehbank und eine Fräsmaschine zur Metallbearbeitung. Die Marsbilder der Opposition 2005 entstanden mit einer SC-Optik mit 25cm Öffnung und 2,50m Brennweite. Aber selbst bei einem so riesigen "Teleobjektiv" ist das Bild des Mars nur wenige zehntel Millimeter groß. Aus diesem Grund wurde zwischen der Optik und der Kamera noch ein Zusatzlinse eingefügt (Barlowlinse), die die Brennweite des Teleskops verdreifacht. So kam man auf gigantische 7,50m Brennweite, man vergleiche das mal mit einem Teleobjektiv für Fotoapparate! Die digitale Kamera hatte sehr kleine Bildpunkte von 0.005mm Durchmesser, genügend klein also, um das winzige Marsbild noch gut darzustellen! Mit der Kamera wurden nicht Einzelbilder aufgenommen, sondern Videos mit ca. 3000 bis 6000 Bildern. Längere Videos sind nicht sinnvoll, weil sich der Planet sonst während der Belichtungszeit zu weit dreht, und die Bilder des Videos bei der späteren Bearbeitung am Computer nicht "übereinander" passen.

Dann versammelte man sich um den Computer, und es wurde die Bildverarbeitung erklärt. Das ist gar nicht so einfach, wie es zunächst aussieht! Die Videos werden in tausende Einzelbilder zerlegt, diese Bilder  werden auf ihre Qualität geprüft, und der bessere Teil davon wird genau passend übereinander geschoben und gemittelt. Das Ergebnis wird mit speziellen Filtern geschärft, d.h. der Einfluss der Luftunruhe wird -soweit möglich- herausgerechnet. Die durch die Brechung in der Atmosphäre entstandenen Farbränder am Planetenbild werden durch Verschieben des roten und blauen Anteils des Bildes beseitigt, und dann folgt noch etwas "Kosmetik" bis das fertige Produkt vorliegt. Eine wirklich mühsame Angelegenheit! Trotzdem eine lohnende Beschäftigung, unser "Endprodukt" wurde im Forum astronomie.de innerhalb kurzer Zeit von über 1000 Betrachtern begutachtet, und mit lobenden Kommentaren bedacht.

Nach allen diesen Mühen hatten wir uns dann einen geruhsamen Ausklang des Treffens verdient, bei einer großen Auswahl an Kuchen und Getränken gab es noch abschließende Diskussionen und Gespräche.

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 Beobachtugngstreffen 30.01.06

von Jon Schmidt

 

Nachdem wir bei der Marsbeobachtung wenig Glück hatten, besserte sich das Wetter, und man konnte eigentlich mal wieder einen Versuch starten. Wenn da nicht die extrem tiefen Temperaturen wären! Wenn die schützende Wolkendecke verschwindet scheint die Sonne, und es ist warm. Aber wehe, wenn sich die Sonne am Abend verzieht! 10 bis 20 Grad minus sind dann im Januar schon einmal angesagt!

Doch der Orion-Nebel wartet nicht, nur im Winter ist er zu bewundern. Und so war es unvermeidlich: Bei eisigen Temperaturen trafen sich die Mitglieder des Wahlfaches Astronomie beim Kursleiter im Garten, um den Orionnebel mit seinem Teleskop näher zu betrachten. Da alle Beteiligten winterlich verpackt waren, konnten je zwei zusammen durch das Teleskop schauen, während sich der Rest des Kurses im warmen Wohnzimmer bei heißem Tee und Keksen amüsierte. Der Einzige, der die ganze Zeit frieren durfte, war der Kursleiter. Nach kurzer Zeit hatte sich das Teleskop mit einer dünnen Eisschicht überzogen, nur wegen einer an der Eintrittslinse angebrachten elektrischen Heizung konnte ein Zufrieren der Optik vermieden werden.

Der Orionnebel ist schon recht beeindruckend, hunderte von sehr heißen, jungen Sternen heizen das umgebende Gas, und bringen es zum Leuchten. Die vier Trapezsterne im Herzen des Nebels waren schön zu sehen, und obwohl das Auge die satten Farben einer lang belichteten Aufnahme nicht sehen kann, war doch ein Hauch von Farbe zu erkennen. Dabei ist es sehr interessant, dass bedingt durch physiologische Effekte die visuell gesehene Farbe ganz anders ist, als die Farbe auf Fotos vom Orionnebel. Wie das im Fernrohr aussieht (wenn man Farbe sehen kann) zeigt dieses speziell bearbeitete Bild. Weil die Bedingungen an diesem Abend sehr gut waren, und Saturn inzwischen am Himmel genügend hoch stand, wurde er auch gleich noch ins Visier genommen. Und siehe da: Die Planetenkugel schwebte mit rötlichen Wolkenbändern überzogen und einer olivgrünen Polregion inmitten des wunderbaren Ringsystems. Die Cassini-Teilung des Rings und der transparente innere Ring waren bestens zu sehen, als Zugabe gab es noch 5 Monde, die sich als nadelfeine Punkte gegen den samtschwarzen Hintergrund abhoben. Ein atemberaubender Anblick!

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 Beobachtugngstreffen 08.02.2008

von Benedikt Krammer

 

Wegen des momentanen Umbaus der Schule sind unsere Möglichkeiten zur  Fernrohr-Beobachtung sehr eingeschränkt. Als uns angeboten wurde in einem Nachbarort einmal mit einem sehr leistungsfähigen Teleskop zu beobachten, nahmen wir dankend an.

Als die einzelnen Schüler des Wahlkurses Astronomie am 8.2.2008 um 19.30 Uhr Den Garten des Gastgebers betraten, wurde erst Freude über den klaren Himmel, die somit hervorragende Sicht, und das einwandfreie Funktionieren des Teleskops laut, dann ging es ans Beobachten. Wir sahen uns den Mars erst mit geringer, dann mit höherer Vergrößerung an, wobei eine Polkappe und, ungewöhnlich gut für den Zeitraum der Beobachtung, Wolken am Rand unseres Nachbarplaneten zu erkennen waren. 

Danach sahen wir uns einen Teil des Orionnebels an. Unser Kursleiter erklärte uns dazu einiges, wie z.B. dass sich dort zur Zeit viele neue Sterne bilden, und unser Gastgeber zeigte uns seine interessanten Fotografien, auf denen der ganze Nebel sehr schön zu sehen ist. Diese Bilder sind mit weiteren auf der Astronomie-Homepage ausgestellt.

Nachdem wir uns im Haus mit einer Tasse Tee gewärmt hatten, fuhren wir mit der Beobachtung des Saturns, der im Osten zwischen dem Orion und dem Großen Wagen noch sehr niedrig am Horizont stand, fort. Die Ringe des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems waren gut zu erkennen, und mit der Hilfe unseres Kursleiters bemerkten wir auch zwei seiner Monde. Abschießend wurden uns noch einige wichtige Sternbilder und Formationen wie die Kassiopeia, der Großen Wagen, der Polarstern und die Plejaden gezeigt. Das Treffen war interessant und lehrreich, und ich hoffe, dass solche Beobachtungen wiederholt werden.

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Beobachtungsbericht zum Merkurtransit 2003


 

Glücklicher Weise ist unser Direktor genau so von Astronomie begeistert wie wir, und wir durften am 7.5.2003 vom Unterricht befreit den Merkurdurchgang live miterleben. Bei diesem sehr seltenen Spektakel schiebt sich der Planet Merkur zwischen Erde und Sonne, und ist für einige Zeit als winziges schwarzes Scheibchen vor der Sonnenscheibe zu sehen. Diese Geometrie ergibt sich nur sehr selten. Zwar befindet sich Merkur häufiger zwischen Erde uns Sonne, aber wegen der Neigung der Merkurbahn gegen die Erdbahn steht er dann fast immer etwas "oberhalb" oder "unterhalb" der Sonne. Am 07.05.03 hat die Geometrie genau "gepasst", und Merkur befand sich exakt vor der Sonne!

 

Als wir um halb neun beim Haus von Herr Wellmann ankamen, war im Garten schon ein Refraktor mit Filtern aufgebaut. Da die Sonne sehr hell ist, benötigt man keine große Öffnung; daher haben wir mit einem kleinen Refraktor beobachtet. Eine kleine Öffnung ermöglicht es, dass man nur durch eine Turbulenzzelle in der Luft sieht, wodurch das Bild auch bei unruhigerer Luft ziemlich klar und scharf ist. Ein solcher Refraktor hat im Gegensatz zu einem Spiegelteleskop eine bessere Optik, wenn man Planeten oder die Sonne beobachten will, sodass unser Refraktor optimal geeignet war. In Teleskopen wird das Licht stark gebündelt, weshalb Filter unumgänglich sind, wenn man die Sonne betrachten will. Unsere Sonnenfilter reduzierten das Licht etwa um das 10000-fache, das Bild war immer noch hell genug. An den Refraktor haben wir eine Videokamera angeschlossen, die mit einem Computer verbunden war. So konnten wir alle am Bildschirm die Sonne beobachten und den Kontrast verändern, sodass Strukturen besser zu erkennen waren.

Nach dem Einschalten der Kamera war das Bild zunächst völlig verschwommen, aber an einem großen Sonnenfleck konnten wir es leicht scharf stellen. Nun begann die Suche nach dem Merkur vor der Sonne, da durch eine Vergrößerungslinse vor der Kamera der Monitor nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Sonne zeigte, war des nicht ganz einfach. Zuerst meinten wir sogar, dass der Merkur fehlen würde, doch plötzlich erkannten wir ihn als kleine, schwarze Scheibe vor der riesigen Sonne. Als er langsam an einem Sonnenfleck vorbeiwanderte, machten wir unsere erste Aufnahme. Dann versuchten wir die Merkurbahn vor der Sonne herauszufinden und beobachteten ihn eine Weile. Eine große Sonnenfleckengruppe befand sich an einer Stelle, wo der Merkur nicht vorbeiwanderte, schade, zusammen mit den Flecken hätte das Merkurscheibchen ein schönes Bild ergeben! Um etwa 11 Uhr legten wir eine Pause ein und genossen ein kühles Getränk auf der Terrasse. Vorher deckten wir die schwarze Montierung des Refraktors mit einem Tuch ab, damit sich der eingebaute Computer sich nicht zu sehr in der prallen Sonne erhitzt.

Am Ende unserer Pause sahen wir, dass sich der Merkur schon dem Sonnenrand genähert hatte. Schnell beschlossen wir noch einige Videoaufnahmen zu machen und die Vergrößerungslinse vor der Kamera auszubauen, um ein Mosaik der ganzen Sonne zu erstellen (einen Teil dieses Mosaiks zeigt das Anklicken des kleinen Bildes links). Danach wollten wir wieder die Vergrößerungslinse einsetzen, um den letzten Teil des Durchgangs mit hoher Vergrößerung zu beobachten, aber nun wurde die Zeit knapp.  Nach dem Scharfstellen und Verändern der Belichtungszeit gelang es uns den Merkur gerade noch rechtzeitig ins Bild zu bekommen als er den Sonnenrand schon berührte. Wie vorausberechnet, fast auf die Sekunde genau um 12:32:30 Uhr war Merkur wieder im Schwarz des Weltalls verschwunden und für uns unsichtbar.

Besonders beeindruckend war der Größenvergleich zwischen dem winzigen Merkurscheibchen (die Erde ist auch nicht viel größer), und der riesigen Sonne! Obwohl das Wetter nicht ganz optimal war, hat sich das Beobachten von diesem besonderen Ereignis auf jeden Fall gelohnt!

 

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Beobachtungsbericht zum Venustransit 2004/2012


 

Am Vormittag des 8. Juni konnte man in ganz Europa ein außergewöhnliches Schauspiel am Himmel beobachten, die Venus vor der Sonne: Die Pessimisten hatten wieder einmal Unrecht! Bei strahlend schönem Wetter versammelte sich der "harte Kern" der Astronomen (die Anderen waren in die Ferien entschwunden) bei Herrn Wellmann vor dem Computer, an den die Videokamera am Teleskop im Garten angeschlossen war. Wie auch beim Merkur-Durchgang benutzten wir einen Refraktor, da bei der Beobachtung eines Venus-Durchgangs (vor der extrem hellen Sonne) ein sehr lichtempfindliches Spiegelteleskop überflüssig ist, und der Refraktor bei geringerer Anfälligkeit gegen Luftunruhe eine viel bessere Bildqualität liefert.

Dann wurde es spannend: Auf dem Bildschirm erschien pünktlich zur berechneten Zeit ein kleiner schwarzer Punkt, der in den folgenden sechs Stunden über die untere Hälfte der Sonne wanderte. Um das besondere Schauspiel dauerhaft dingfest zu machen, wurden in regelmäßigen Abständen kurze Videofilme aufgenommen.  Zwischenzeitlich wurde rege über den Transit diskutiert, und nun wollten wir es wissen: Da die Venus groß genug ist, sollte der Venusdurchgang mit bloßem Auge sichtbar sein. Also flugs die alten Brillen von der Sofi99 herausgekramt, und ab in den Garten! Und tatsächlich: Bei genauem Hinsehen war der kleine schwarze Punkt auf der Sonne schön zu erkennen!
Nun folgte zur Entspannung eine erfrischende Kaffee- und Saftpause auf der Terrasse, weitere Diskussionen über die Venus und über Computer inklusive. Darauf machten wir uns wieder an die Arbeit. Um noch bessere Qualität zu erreichen wurde noch eine andere Kamera auf das Teleskop montiert. Dabei trat ein mysteriöser Fehler im Kamerabild auf. Die Sonne war völlig überbelichtet und keine Venus mehr zu sehen, was sich zunächst keiner erklären konnte. Nach kurzer Zeit jedoch entpuppte sich der merkwürdige Kamerafehler als fehlender Sonnenfilter vor der Linse, ein Fehler, der vor allem bei visueller Beobachtung nie vorkommen sollte! Mit großer Spannung beobachteten wir dann gegen Mittag wie sich die Venus wieder von der Sonnenscheibe zurückzog, eine letzte Berührung, und das Jahrhundertspektakel war vorbei! Wir waren froh, dieses Ereignis hautnah miterleben zu können. Ein von uns aufgenommenes Bild des Durchgangs
befindet sich hier.

Warum das Ereignis so extrem selten ist, haben wir ja schon an anderer Stelle ausführlich erklärt, um die Angelegenheit ganz anschaulich darzustellen, liefern wir hier noch zwei Grafiken und eine Animation nach. Die Animation reicht bis zum Durchgang 2012, der aber in Europa nur ganz eingeschränkt sichtbar ist, dann muss man bis zum Jahr 2125 warten......

Zweite Chance 2012: Venus-Transits kommen normalerweise im "Doppelpack" mit einem Abstand von 8 Jahren, einmal im Aufsteigenden Knoten und einmal im Absteigenden Knoten der Venusbahn zustande. Wir haben uns große Mühe gegeben, auch den Durchgang im Jahr 2012 zu beobachten, obwohl das in Deutschland nur in der Endphase und  direkt nach Sonnenaufgang möglich war. Da auch das Wetter nicht mitspielen wollte, war das eine sehr interessante Erfahrung, und wir haben die Vorbereitung und die Durchführung der Beobachtung sehr ausführlich beschrieben. Schöne Bilder gibt das auch, soviel wird schon verraten. Weil das recht umfangreich ist, haben wir ein extra Dokument verfasst. Dort findet man auch beschrieben, wie man mit relativ einfachen Mitteln und nur wenig Mathematik eine Berechnung der zu erwartenden Venusbahn vor der Sonnenscheibe vornehmen kann, unser Ergebnis konnten wir dann in der Praxis überprüfen. Zu Lesen ist das an dieser Stelle.

 


Beobachtungsbericht Mondfinsternis 2011 von Christian Wellmann


Mittwoch, der 15.06.2011 08:00 Uhr: Heute ist sie also, die Mondfinsternis… und noch dazu eine der Längsten… Die ganze Zeit hört man im Radio von nichts anderem. Also Fotoausrüstung packen und irgendwo um die Ecke ein paar nette Bilder machen? Zumindest war das an diesem Morgen noch der Plan, auf den ich mich eingestellt hatte. Wie gewohnt kam alles ein winziges Bisschen anders!

Das Wetter sah an diesem Tag eigentlich die ganze Zeit recht passabel aus, ich stand voller Vorfreude im  Labor und konnte den Feierabend kaum erwarten, doch dann am frühen Abend begann sich eine dichte Wolkendecke unaufhaltsam über Freising zu schieben. Also nochmal schnell die Satellitenbilder gecheckt, sah ja nicht so gut aus, der Blick aus dem Fenster zeigte noch blauen Himmel Richtung südost. Wird wohl nichts mit "mal eben auf den nächsten Hügel". Also beschloss ich spontan, dass es das Beste wäre, sich in genau diese Richtung zu bewegen, in der Hoffnung, schneller zu sein, als die Wolken. So machte ich mich dann hoffnungsvoll und eigentlich viel zu spät, für einen entspannten Ausflug, um 20 Uhr endlich auf den Weg Richtung Irschenberg....

Als ich um viertel nach neun dort ankam, war die Sonne gerade unter dem Horizont verschwunden, die Wolken näherten sich bedrohlich von Westen, aber die Chancen standen gut, etwas sehen zu können. Das dachten sich auch etliche andere Amateurastonomen, die bereits ihre ganze Ausrüstung entlang der Landstraße aufgebaut hatten und dem Einbruch der Dunkelheit entgegenfieberten. In diesem Moment war ich heilfroh, dass ich mich für die entspannte Version entschieden hatte und entgegen jeder Astro-Vernunft lediglich meine Spiegelreflex mit dem kurzen Tele eingepackt hatte, so konnte ich mir noch in aller Ruhe einen ruhigen Platz fernab der „Meute“ suchen um die Stimmung zu genießen  und vielleicht ein paar Fotos zu machen…..

 Langsam senkte sich die Abenddämmerung über die Landschaft und begann die malerische Bergkulisse in dunkle Silhouetten zu verwandeln. Es wurde dunkler und dunkler während alle gespannt auf ein erstes Zeichen des verfinsterten Mondes warteten. Doch außer Bergen und Wolken war am Horizont nichts zu erkennen. Doch dann gegen 22 Uhr konnte man, mit angestrengtem Auge, zwischen den Wolkenfetzen erstmals einen Blick auf den Mond erhaschen. Zartrosa zeichnete er sich als Sichel auf dem azurblauen Himmel ab!  Jeder der zahlreichen Beobachter fragte sich insgeheim, wie lange es wohl noch dauern würde, bis die aufziehenden Wolken dieses Schauspiel vorzeitig beenden würden, und schon  verschwand die rosa Sichel wieder hinter einer Wolke, um wenig später, wieder aufzutauchen.  Je weiter die Dämmerung voranschritt, desto dichter wurden auch die Wolken, jedoch gaben sie immer wieder den Blick auf den Mond frei, aus dem mittlerweile eine orangerot glühende Kugel geworden war. Diese wurde auf ihrem Weg in Richtung Süden von immer mehr dunklen Wolkenfetzen umspielt, während von Westen immer mehr Wolken heranzogen. Kurz vor Ende der totalen Phase wurde der Blick dann noch einmal durch ein größeres Wolkenloch freigegeben. Doch während der Mond am linken Rand wieder begann, sich über goldgelb in weiß zu erhellen, wurde er vollständig von den Wolken verschluckt um auch nicht wieder aufzutauchen. So begannen zu diesem Zeitpunkt alle Beobachter ihre Ausrüstung einzupacken, während ich noch kurz verweilte, um die Sommernacht zu genießen

Es ist also nicht immer erforderlich mit schwerem Gerät anzurollen, um ein astronomisches Ereignis in eine bleibende Erinnerung umzuwandeln. Ist man nicht mit den Geräten beschäftig, kann man die einzigartige Stimmung der Finsternis über den dunklen Bergketten der Alpen voll auf sich wirken lassen, und dennoch schnell mal einige schöne Bilder schießen, wie man hier sehen kann.....

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Beobachtungsbericht Jupiter und Mars von Markus Schmidtner


Beobachtungstreffen am 18.11.2011: Wieder einmal haben sich die meisten Schüler des Astronomiekurses auf dem Dach des Schulhauses versammelt. Der Himmel war klar und die Luftunruhe gering. Eigentliches Ziel war es, mit der neuen ToU-Cam des Kurses Bilder von Jupiter zu machen, der am 29. Oktober 2011  seine diesjährige Opposition durchlaufen hatte. Da Jupiter noch hinter der Silhouette des leider noch höheren Nebengebäudes der Schule verborgen lag, vertrieben wir uns die Zeit mit der Beobachtung des Ringnebels im Sternbild Leier, das Doppelsternsystem Albireo und verschiedenen Kugelsternhaufen.

Dann war es endlich so weit. Jupiter tauchte über der Schulhausfassade auf und konnte zuerst durch ein Okular mit geringer Vergrößerung beobachtet werden. Es dauert schon eine Weile, wenn 15 Schüler (am besten alle gleichzeitig) durch das Teleskop schauen wollen. Danach war ein Okular mit kürzerer Brennweite an der Reihe, so dass die Schüler die Wolkenbänder an der Oberfläche Jupiters besser erkennen konnten. Der große rote Fleck war zwar gerade nicht sichtbar, doch auch ohne ihn waren die Schüler begeistert. Natürlich konnten auch mehrere Monde des Jupiters beobachtet werden, zwei davon standen recht dicht an der Planetenscheibe, und wir machten uns Hoffnung, sie auch mit der Kamera festhalten zu können. Wir warteten noch eine Weile, denn mit höher am Himmel aufsteigendem Jupiter wurde die Luftunruhe durch den "direkteren" Blick durch die Atmosphäre immer geringer, was speziell bei der Aufnahme von Bildern sehr wichtig ist.

Höhepunkt der Beobachtung war die Aufnahme Jupiters mit der Webcam. Die Schüler konnten das Bild Jupiters live am Computer-Monitor verfolgen. Nach der Aufnahme eines Films wurde das Teleskop abgebaut. Es war nun doch schon ziemlich spät und auch kalt geworden und alle waren froh, ins warme Schulhaus wechseln zu können. Einige Schüler blieben dann noch, um das Ergebnis einer ersten Bearbeitung des Fotos mithilfe der Software Avistack2 und anschließender Schärfung durch Giotto abzuwarten. Der Rest des Kurses konnte das Ergebnis beim Kurstreffen am folgenden Dienstag begutachten. Da für alle  Beteiligten die komplexe Bearbeitung von Planetenvideos mehr oder weniger Neuland war, ist das  Ergebnis unserer ersten Bemühungen recht ansprechend gelungen.

 

Beobachtungstreffen am 15.03.2012: Kurz nach Sonnenuntergang traf sich der Astronomiekurs bei diesmal etwas angenehmeren Temperaturen auf der Astronomie-Plattform der Schule, und um erste zaghafte Versuche  mit den neuen Kameras von Imaging Source zu unternehmen. Die Gelegenheit war günstig, denn die Marsopposition vom 5.3. war noch nicht lange vorbei.

Um den Kursteilnehmern, die beim letzten Beobachtungstreffen nicht dabei waren, die Gelegenheit zu geben, noch einen kurzen Blick auf Jupiter zu werfen, wurde das Teleskop jedoch zuerst in Richtung des untergehenden Planeten geschwenkt. Da noch etwas Zeit war, bis Mars hoch genug am Himmel stand, steuerten wir noch einige andere interessante Himmelsobjekte an. Darunter der schöne offene Sternhaufen M103 oder der offene Sternhaufen NGC 457 im Sternbild Cassiopeia, "Eulenhaufen" genannt, der wirklich an eine kleine Eule mit großen Augen und ausgebreiteten Flügeln erinnert.

Als um ca. 21 Uhr Mars dann hoch genug stand, konnten die Kursteilnehmer dann endlich den Planeten Mars mit eigenen Augen bewundern. Gut sichtbar waren seine Monde Phobos und Deimos und auch eine Polkappe war zu erkennen. Als dann die neue Kamera DBK21 von Imaging Source zum Einsatz kam, merkten wir sehr schnell, dass der Umgang mit der neuen Kamera und der neuen Software erst langsam erlernt werden muss. Hinzu kommt auch noch, das Mars ein besonders schwer zu fotografierendes Objekt ist, zumindest wesentlich problematischer als der Jupiter. Auch muss bei der Marsfotografie das Wetter mitspielen, es darf auch nicht die geringste Luftunruhe geben, die die winzigen Details auf dem nur millimetergroßen Planetenbildchen auf dem Kamerachip unscharf macht.

Mit den ersten Versuchen waren wir noch nicht zufrieden, auch der Einsatz einer Barlow-Linse zur Vergrößerung des Bildes brachte keinen Erfolg. Weitere Versuche unter deutlich besseren Bedingungen und auch gegebenenfalls einer Überprüfung der Justage des Teleskops werden folgen müssen. So trennten wir uns gegen 23 Uhr trotz guter Beobachtungsmomente ein bisschen enttäuscht, um am nächsten Tag wieder fit für die Schule zu sein. Astrofotografie speziell der Planeten ist eben eine heikle Sache, die viel Erfahrung und Zeitaufwand erfordert, und trotz besten Kameras nicht auf Kommando an jedem Beobachtungsabend funktioniert. Trost spendete auch der früheren Kursleiter, der für die schönen Bilder von Mars in unserer Bildergalerie mehrere Jahre und viele Beobachtungsnächte aufwenden musste. Es wurde dann doch noch der Versuch unternommen, ein wenigstens einigermaßen den Umständen entsprechendes Bild aus Videomaterial zu produzieren, das einen Tag später am 16.03.2012 in unserer "Außenstelle" in Zorneding aufgenommen wurde, was nur mit Mühe und intensiver Bildverarbeitung gelang. Man erkennt wenigstens die Polkappe, und einige Landschaften sind ebenfalls identifizierbar. Eingetragen haben wir Valles Marineris, der mit dem roten Dreieck markierte schwach sichtbare Fleck mit dem Ring darum herum ist der Riesenvulkan Olympus Mons, auf dem Farbbild auch zu erkennen. Das er auf den Bildern sichtbar ist, ist schon ein schöner Erfolg. Wie gesagt, Mars unter den momentan schlechten Bedingungen so auf Kommando zu fotografieren, ist wirklich kaum möglich.

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