Kometen


Neben Sonne und Planeten gibt es noch eine riesige Zahl von Planetoiden (z.B. im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter), sowie vermutlich Millionen von Kometen und zuletzt noch "Kosmischen Kleinschrott" in Form von Meteoroiden, Staub und Gas im Sonnensystem.

 

Planetoide sind kleine Himmelskörper, wie sie zum Beispiel den Asteroidengürtel bevölkern (ca. 50 000, Ceres ist der größte mit ca. 930 km Durchmesser). Panetoide finden sich in geringerer Zahl überall im Sonnensystem, einige von ihnen kommen der Sonne so nahe, dass sie rotglühend werden. Bei Zusammenstößen mit der Erde können sie extrem gefährlich werden, so könnte das Aussterben der Saurier die Folge eines solchen Einschlags gewesen sein. Neben Kometen soll auch der Kuiper-Gürtel jenseits der Neptunbahn (Genaueres siehe unter "Kometen") Planetoide enthalten. Mit immer besseren Fernrohren konnten tatsächlich solche Planetoide nachgewiesen werden. Man geht davon aus, das einige von ihnen von Planeten als Monde eingefangen wurden, z.B. kreisen die vier äußeren Jupitermonde und auch der große Neptunmond Triton in der "falschen" Richtung, und sind daher vermutlich eingefangene Planetoide. Der Verdacht liegt nahe, dass selbst Pluto und sein Mond Charon keine eigentlichen Planeten, sondern Mitglieder des Kuiper-Gürtels sind, was auch erklären würde, dass Pluto nicht zu den "Gasriesen" passt. Neptun wäre dann der äußerste Planet der Sonne! Der Übergang von Planetoiden zu Kometen ist fließend, man hat schon Planetoiden beobachtet, die in Sonnennähe eine schwache Koma aus verdampftem Kometenmaterial entwickelt haben. (Bild links: NASA).

 

Meteoroide sind oft nur millimetergroß, tennisballgroße Stücke rufen schon gewaltige Leuchterscheinungen hervor, wenn sie in der Erdatmosphäre in 120 bis 70 km Höhe mit 10 bis 70 km/s verglühen. Durchquert die Erde die frühere Bahn eines Kometen, so kommt es gehäuft zu Treffern, sogenannten Meteorströmen. Dabei können 10 000 helle Meteore pro Stunde auftreffen, viele davon Feuerkugeln heller als der Vollmond! Größere Meteoroide können der Erde auch heute noch sehr gefährlich werden, jüngere Vorfälle sind der Meteorkrater in Arizona, wo ein nur etwa 30 m messender Meteorit mit der Energie einer 4,5 Megatonnen Atombombe einen Krater von 1200 m Durchmesser schlug, und die Explosion des Tungska-Meteoriten im Jahre 1908 in ca. 10 km Höhe über Zentralsibirien, wobei eine Fläche von 40 km Durchmesser zerstört wurde, obwohl der Meteorit nur etwa 100m groß war.

 

  

Kometen bestehen aus mineralischen Partikeln, Kohlenstoffverbindungen und Eis, man bezeichnet sie daher als "schmutzige Schneebälle", die in Sonnennähe auftauen, und dabei eine spektakuläre Pracht entfalten können. Kometen sind Fossile aus der Urzeit unseres Sonnensystems, die Rückschlüsse auf die ursprüngliche Zusammensetzung der Materie zulassen, aus der vor fünf Milliarden Jahren das Sonnensystem entstand.

Der niederländische Astronom Oort vermutete 1950, das Milliarden von Kometen in einer schalenförmigen Wolke in der riesigen Entfernung von 50 000 AE das Sonnensystem umgeben (zum Vergleich: Pluto ist 40 AE von der Sonne entfernt). Wird diese "Oortsche Wolke" durch vorbeiziehende Sterne gestört, so geraten einige Kometen auf eine Bahn ins Innere des Sonnensystems. Auf diese Weise werden die Bahnen von langperiodischen Kometen (> 200 Jahre), die die Ekliptik in allen Richtungen durchsetzen, gut erklärt. Die kurzperiodischen Kometen, die alle eklip­tik­nahe Bahnen haben, versuchte der Astronom Kuiper ein Jahr nach Oort durch ein zwei­tes Reservoir von Kometen im Bereich der Plutobahn zu erklären (Kuiper-Gürtel). Typische Kometenkerne sind ca. 10 km groß. In Sonnennähe be­ginnt ein Verdampfungsprozess, und der Kern hüllt sich in eine bis 100 000 km große Wolke aus Gas und Staub (Koma). Später bildet sich ein weißgelber, leicht gekrümmter Staubschweif sowie ein gerader Gasschweif, der durch die vom Sonnenlicht angeregten Gase blau leuchtet. Schweif­längen bis 300 000 000 km sind möglich. Die Schweife werden vom Sonnenwind weggeblasen, der Gasschweif schneller als der Staubschweif. Daher zeigt der Gasschweif völlig gerade von der Sonne weg.

 

April 97 passierte Hale Bopp mit 158 000 km/h in 137 000 000 km die Sonne, sein Schweif war 100 000 000 km lang, seine Koma hatte 150 000 km Durchmesser, und interessante, spiralförmige Strukturen. Der ca. 50 km große Kern verlor pro Sekunde 1000 t Staub und 120 t Wasser. Er kam der Erde mit 197 Millionen km nicht sehr nahe, war aber absolut gesehen der drittgrößte Komet aller Zeiten. Wäre Hale Bopp der Erde so nahe gekommen wie kurz zuvor der Komet Hayakutake, so wäre er selbst am hellen Tage zu sehen gewesen, und hätte enormen Wirbel ausgelöst. Früher erregten Kometen Furcht und Schrecken (s. Bild), man wusste noch nicht, das ein Zusammenstoß mit dem Schweif keine sehr tiefgreifenden Folgen haben würde. Die Gefahr durch einen direkten Treffer eines Kometenkerns wurde hingegen durch den Absturz des Kometen Shoemaker-Levy auf Jupiter im Jahre 1994 demonstriert, wobei jedes Teil des zuvor zerbrochenen Kometen etwa 5km groß war, und eine Energie von 25 000 000 Megatonnen TNT freisetzte (die Menschheit auf der Erde hätte einen solchen Einschlag nicht überlebt)! Bilder von Kometen und den Folgen von Meteoriteneinschlägen finden sich hier.

 

Komet Shoemaker-Levy 9 kollidiert mit Jupiter: Diese Kollision gilt als eines der größten Medienereignisse in der Geschichte der Astronomie. Während des 6 Tage dauernden Spektakels traten ca. 24 Kometenbruchstücke in die Jupiteratmosphäre ein und lösten gewaltige Explosionen aus. Fast alle auf der Erde und im Weltraum zur Verfügung stehenden Geräte wurden auf dieses Ereignis gerichtet. Die Auswertung der gesammelten Daten dauerte Jahre. Obwohl in den Medien gelegentlich anders berichtet, bestand für die Erde zu keiner Zeit eine Gefahr.

 

Im März 1993 entdeckten Carolyn und Eugene Shoemaker sowie David H. Levy mit ihrem 46cm- Schmidt-Teleskop den Kometen in der Nähe von Jupiter im Sternbild der Jungfrau. Zur Zeit der Entdeckung bestand der Komet schon aus einer länglichen Reihe von mehreren Kometenkernen.  Der Komet bewegte sich auf einer Ellipse um Jupiter (nicht um die Sonne). Die erste Passage an Jupiter erfolgte bereits am 8.7.92 vor(!) der Entdeckung innerhalb der Rochegrenze (Distanz 120 000km), was das Zerreißen des Kometen in eine ca. 4 Millionen Kilometer lange kosmische Perlenschnur (s. Bild, NASA) zur Folge hatte. Die größten Brocken hatten dabei einen Durchmesser von bis zu 5 Kilometern.

Über die Folgen des Einschlags wurde lange spekuliert. Als am 16. Juli das Fragment A mit 216 000 km/h auf der erdabgewandten Seite in die Jupiteratmosphäre eindrang, waren alle beeindruckt. Selbst mit kleinen Amateuerfernrohren konnte man die Explosionspilze und die in der Atmosphäre entstehenden Detonationsblitze erkennen. Am 18.Juli drang das größte Fragment G (ca. 5 km Durchmesser) in die Jupiteratmosphäre ein, rief dabei eine gewaltige Detonation hervor, und löste einen 5 Sekunden dauernden Lichtblitz aus, der sogar an dem Jupitermond Io von der Erde aus sichtbar reflektiert wurde. Die Explosionshitze in der Atmosphäre, die durch die fast augenblickliche Umwandlung der kinetischen Energie in Wärmeenergie entstand, betrug wie bei einer Atombombe zwischen 10 000 und 20 000 °C. Die Explosionswirkung jedes Kometenfragments entsprach der einiger Millionen Megatonnen TNT-Sprengstoffs. Auch viele Monate nach dem Ereignis waren die "Einschlaglöcher" auf dem Jupiter noch zu sehen. Viele Daten wurden allerdings bis heute noch nicht ausgewertet.

Diese spektakuläre kosmische Katastrophe hat erneut die Diskussion ausgelöst, wie gefährdet die Erde durch ähnliche Ereignisse ist. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Gefahr erheblich größer ist, als allgemein angenommen. Es werden Überwachungsanlagen diskutiert, die alle Bahnen gefährlicher Körper genauestens vermessen. Nur bei einer mehrjährigen Vorauswarnung könnte ein solches Objekt von der Erde aus durch Atomraketen so minimal von der Bahn abgelenkt werden, dass es bei seinem Anflug auf die Erde Jahre später unseren Planeten nicht trifft.

 

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Kometensonde "Deep Impact" (Später EPOXI)


„Deep Impact" ist die erste Mission, die das Innere eines Kometen erforscht. Das Projekt wurde 1999 von der NASA ins Leben gerufen, und der Hauptteil der Mission findet am 4. Juli 2005 mir dem Aufschlag des "Impactor-Teils" der Sonde auf dem Kometen statt. Gestartet am 12. Januar 2005 in Cape Canaveral befindet sich die Raumsonde auf dem Weg zu ihrem Zielkometen „Tempel-1". Kern der Mission ist es, ein fast 370 Kilogramm schweres Projektil, den „Impactor", auf dem Kometen einschlagen zu lassen. Der Impactor enthält einen Kupferblock  (auf dem Bild unten ist die Kupfermasse rechts zu erkennen) in der Front, der das hohe Gewicht verursacht, sowie eine automatische Navigation, die ihn auf den Kometen lenken soll.

24 Stunden vor dem Einschlag soll der Impactor von der Raumsonde gelöst werden. Das Projektil fliegt dann mit 37000 km/h (etwa 10 km/s) auf Tempel-1 zu, was beim Aufprall in etwa die Energie von 4,8 Tonnen TNT freisetzt. Es wird dabei vollständig verdampfen, und soll einen mindestens 100 Meter weiten und 25 Meter tiefen Krater in die Kometenoberfläche reißen. Bis zu seinem Einschlag sollen Bilder von einer Visier-Kamera aus dem Impactor übertragen werden. (Bild der Sonde: NASA).

Die eigentliche Raumsonde wird aus einer Entfernung von ca. 10.000 Kilometern ebenfalls Aufnahmen vom Einschlag, aber auch von der Verteilung des freigesetzten Materials und von der Struktur und Zusammensetzung des Kraters, machen. Anschließend wird sie sich auf bis zu 500 Kilometer dem Kometen nähern und das freigesetzte Material untersuchen. Forscher hoffen so die Vermutung beweisen zu können, dass Kometen bei ihren Ausflügen in den inneren Bereich unseres Sonnensystems auf ihrer Oberfläche eine schwarze Kruste bilden. Des weiteren wird vermutet, dass im Kern des Kometen konservierte Urmaterie zu finden ist, aus der auch vor 4,5 Milliarden Jahren unser Sonnensystem entstanden ist.

Von der Erde aus kann das ca. 133 Millionen Kilometer entfernte Spektakel entweder per Fernrohr, per Internet und eventuell auch per Fernseher verfolgt werden. Falls die Mission erfolgreich verläuft, wird es an dieser Stelle nähere Information geben!

Genauere Information: Der Flug verlief planmäßig und am 2. Juli 2005 näherte sich die Sonde ihrem Ziel. Am folgenden Tag wurde der Impaktor erfolgreich abgetrennt und dieser flog in den nächsten 24 Stunden auf die Kometenoberfläche zu. Bis zur Kollision am 4. Juli sendete der Impaktor viele Bilder an die Muttersonde, das letzte Bild wurde 3,7 Sekunden vor dem Einschlag aus 30km Höhe geschossen. Diese Photos wurden bereits zur Erde Übermittelt. Der Impaktor schlug unter einem Winkel von etwa 25 Grad auf. Die Geschwindigkeit des Kometen wurde dadurch lediglich um 0,0001 mm/s verringert, was fast unmessbar ist.

Die Auswurfwolke aus Gas und Staub (s. Bild links, NASA) leuchtete für Stunden strahlend hell, sogar Teleskope auf der Erde konnten den Lichtblitz sehen und die Helligkeitszunahme messen. Zum Zeitpunkt des Einschlags war die Muttersonde etwa 8.600 km von der Einschlagsstelle entfernt. Mit zwei Kameras filmte sie den Einschlag und machte Infrarotaufnahmen. Die anschließend folgende Messphase, in der möglichst viele Daten über das heraus gesprengte Material gesammelt werden sollten, dauerte nur 15 Minuten. Vier Wochen analysierte Deep Impact das Auswurfmaterial. Dann wurden die Ergebnisse zur Erde gefunkt. Bis all diese Daten ausgewertet sind, dürften Jahre vergehen. Das Ereignis wurde ebenfalls von mehreren im Weltraum und auf der Erde stationierten Teleskopen beobachtet. Dazu zählen das Hubble-Weltraumteleskop, Spitzer, Chandra, GALEX, SWAS und Swift. Die europäische Raumfahrtagentur ESA richtete die Instrumente ihrer Rosetta-Raumsonde ebenfalls auf Tempel 1, die zwar sehr weit vom Ereignisort entfernt war, dafür aber eine Sicht unter einem anderen Blickwinkel erlaubte.

Nach dem Senden der Daten ist die eigentliche Mission von Deep Impact erfüllt, aufgrund noch vorhandener Treibstoffreserven wird Deep Impact eventuell noch zu einem weiteren Komet geschickt. In Frage kommt der Komet Boethin, den die Sonde nach einer bereits erfolgten Kurskorrektur und einem Swingby-Manöver um die Erde im Jahre 2008 erreichen könnte. Deep Impact wechselt also nach Beendigung der Primärmission und Einschwenken auf den neuen Kurs in einen "safe mode" und wird auf eine eventuelle Wiederaktivierung warten. Diese hängt davon ab, ob NASA zusätzliche Gelder für die Durchführung der erweiterten Mission finden kann.

Ergebnisse des Aufpralls: Kurz nach dem Aufprall des Impaktors wurde zunächst ein heißer Blitz beobachtet, in dem das Geschoss explodierte. Als Folge der Explosion stieg eine Fontäne aus etwa 4000 °C heißem, geschmolzenem Kernmaterial mit einer Gesamtmasse von einigen Tonnen und einer Geschwindigkeit von ca. 6 km/s auf. Während sich auf dem Kometenkern ein Krater mit einem geschätzten Durchmesser von etwa 100  Meter und einer Tiefe von zirka 30 Meter bildete, wurden ca. 15.000 Tonnen Material ausgeworfen, davon ca. 4000 Tonnen Staub. Demnach besitzt der Komet keine harte Kruste, sondern eine weiche Staubschicht.

Das freigesetzte Gas breitete sich mit 1 km/s und mehr aus, während die Staubteilchen mit Geschwindigkeiten zwischen 10 und 400 m/s deutlich langsamer waren. Der Großteil des Staubes fiel wegen der geringen Geschwindigkeit auf den Kometen zurück, der restliche Staub und das Gas wurden in die Koma (die den Kern einhüllende Gas und Staubwolke) abgegeben. Die riesige Staubwolke verdeckte den Blick auf den Krater vollständig. Daher konnte er nicht fotografiert werden, und seine Größe musste aus der Menge des freigesetzten Materials bestimmt werden.

Aus der Flugbahn der ausgeworfenen Staubteilchen konnte die Masse des Kometenkerns und damit seine Dichte zu etwa 0,6 g/cm³ bestimmt werden. Der Kern besteht also wie vermutet aus porösem Material mit leerem Raum von etwa 60%. Auf der Oberfläche konnten bei Temperaturen zwischen 60 °C und -10 °C  Spuren von Wasser nachgewiesen werden. Im  Spektrum des Auswurfmaterials wurden Wasser, Kohlendioxid, Karbonate, Silikate und organische Verbindungen gefunden. Diese Zusammensetzung (relativ wenig Wasser) passte nicht ganz in das Bild, nachdem Kometen als "schmutzige Schneebälle" bezeichnet werden. Eine Überraschung war, dass die Oberfläche des Kometen nicht nur von Einschlagkratern und Unebenheiten durch Verlust von Eis durch Sonnenerwärmung gezeichnet ist. Es konnten auch unterschiedliche geologische Schichten beobachtet werden und staubförmige Flüsse, die sich nicht so einfach erklären lassen, Bild rechts (NASA).

Verursacht durch die Anregung durch den Sonnenwind strahlt die ausgeworfene Gaswolke im Röntgenlicht. Auswertungen des Aufpralls in diesem Röntgenlicht ergaben interessante Daten. So war im optischen Licht fünf Tage nach dem Aufprall kein Unterschied zum Bild vor dem Ereignis mehr zu beobachten, im Röntgenlicht waren Änderungen auch noch 10 Tage nach dem Aufprall zu sehen, für den Wasseranteil ergab sich folgendes Bild: Vor dem Einschlag verlor der Komet 16000t Wasser pro Tag, in den 10 Tagen nach dem Einschlag waren es bis zu 40000t pro Tag, insgesamt 250000t. Es scheint also durch den Aufprall ein länger andauernder Wasserausbruch ausgelöst worden zu sein.

Und wie geht es weiter? Da die Sonde technisch noch in einwandfreiem Zustand war, ging es um die Kosten für einen weiteren Betrieb. Da sich die Klärung dieses Problems in die Länge zog, konnte man die zunächst geplante 2. Mission nicht mehr ausführen, und disponierte um. Die Sonde sollte dann den Kometen Boethin anfliegen, aber als es so weit war, konnte man den Kometen nicht mehr finden. Er hatte sich vermutlich in kleine Brocken aufgelöst. Nun fliegt die Sonde in ihrer zweiten Mission dem Kometen Hartley 2 entgegen, sie wurde Ende September 2007 aus dem Schlafmodus geweckt, weil ein Vorbeiflug an der Erde am 31. Dezember 2007 stattfand. Danach wurde sie erneut in den Schlafmodus versetzt, und sollte eigentlich erst Oktober 2010 beim Anflug auf den Kometen Hartley 2 geweckt werden.

Umbenennung auf EPOXI und Update 2009:  Zunächst wurde die Mission umbenannt, sie heißt nun EPOXI. Als man September 2007 die Sonde aus dem Schlafmodus holte, erfolgte kurz darauf am 1. November ein erstes Korrekturmanöver, um die Sonde auf den Kurs zum Kometen Hartley 2 zu bringen. Auf dem Weg dorthin flog die Sonde zunächst in einer Art "Warteschleife" dreimal an der Erde vorbe, der erste Vorbeiflug erfolge am 31. Dezember 2007, der Zweite am 29.12.2008 in 43000km Entfernung, und der Dritte im Juni 2009. Bei diesem dritten Vorbeiflug beobachtete die Sonde den Mond, und beteiligte sich dabei an der sehr aktuellen Suche nach Wasser  in den Polregionen des Mondes. Aus dem zunächst avisierten langen Schlafmodus bis zum Erreichen von Hartley 2 am 4. November 2010 wurde also Nichts.

Man hatte erkannt, dass sich die Instrumente von EPOXI auch gut für die Untersuchung von extrasolaren Planeten eignen, und plante die Beobachtung von fünf geeigneten Sternen in relativer Sonnennähe. Diese Beobachtungen begannen im Januar 2008. Man beabsichtigt mehrere Arten von Messungen, so auch die Analyse des Lichts wenn ein Planet hinter bzw. vor seiner Sonne steht. Aus der Differenz der Spektren gewinnt man eine Aussage über das Spektrum des Planeten. EPOXI beobachtete auch die Erde aus großer Entfernung als sei sie ein extrasolarer Planet, zum Beispiel konnten Blitze von reflektiertem Sonnenlicht beobachtet werden. Solche Blitze im Licht extrasolarer Planeten könnten ein Hinweis auf große Wasserflächen sein. Auch ein Durchgang des Mondes vor der Erde wurde beobachtet und analysiert.

 

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Kometensonde "Stardust"


 

Vorabinformation StardustSchon bei früheren Missionen hat man versucht, Proben von interstellarem und Kometenmaterial zu sammeln, und zur Erde zu bringen. Nachdem die Genesis-Mission ein Fehlschlag war, weil sich ein Fallschirm nicht öffnete, und die Kapsel mit der wertvollen Fracht ungebremst auf dem Wüstenboden zerschellte, gibt es nun mit der Rückkehr der Stardust-Mission eine zweite Chance.

Nach einem Flug von 3,22 Milliarden Kilometern nähert sich die am 7. Februar 1999 gestartete Sonde nach ihrem 240 km Vorbeiflug am Kometen Wild 2 der Erde, um gesammeltes interstellares Material und Kometenmaterial abzuliefern. Beim Vorbeiflug am Kometen wurde die Kapsel durch speziell entwickelte Schilde gegen den Aufprall von Kometenmaterial geschützt. In Kometennähe machte die Navigationskamera des Raumfahrzeugs 72 Bilder des Kometen (Beispiel siehe links, NASA), und sammelte mit speziellen Auffängern Material aus dem Kometenschweif. Man erhofft sich von der Untersuchung dieser Proben Hinweise zu fundamentalen Fragen über die Entstehung des Sonnensystems.

Die Geschwindigkeit der Kapsel wird höher sein, als die jedes von Menschen geschaffenen Körpers zuvor. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre müssen 46440 km/h abgebremst werden. Am 5. und 13. Januar gibt es letzte Kurskorrekturen für Stardust, am 15. Januar wird die Rückkehr-Kapsel abgestoßen, die dann vier Stunden später in 125 km Höhe über dem Pazifik in die Atmosphäre eintritt, und mit glühendem Hitzeschild der Erde zurasen wird. In 32 km Höhe öffnet sich ein kleiner Bremsschirm, in 3 km Höhe ist dann der Hauptfallschirm zur Öffnung vorgesehen. Die Landung erfolgt dann über Land, wobei die Kapsel mit Hubschraubern geborgen werden soll. Bei schlechtem Wetter werden spezielle geländegängige Fahrzeuge eingesetzt.

Die wertvolle Fracht, die aus vielen kleinen und kleinsten Partikeln (maximale erwatete Größe unter 0,3 mm) bestehen wird, geht dann in ein spezielles Laboratorium im Johnson Space Center in Houston.

 

Erfolgreiche Landung: Jetzt können wir schon am 15.01.06 die erfolgreiche Landung feiern! Die Kapsel mit dem Kometenstaub wurde vom Stardust-Mutterschiff abgestoßen, und trat genau vier Stunden später in die hohe Atmosphäre ein, drei Minuten später öffnete der kleine Bremsschirm, und nochmals fünf Minuten später entfaltete sich der Hauptschirm. Damit waren über 46000km/h erfolgreich abgebremst. Während der drei Minuten bis zur Öffnung des Bremsschirms war das glühende Hitzeschild der Kapsel als heller Meteorit am Himmel zu sehen. Man muss sich die Erleichterung und Freude des Teams mal vorstellen: Nach jahrelanger Planung und Vorbereitung und einem Flug von 7 Jahren Dauer hätte eine einzige kleine Fehlfunktion alle Hoffnungen zerstören können! Schon eine winzige Abweichung des Eintrittswinkels wäre katastrophal gewesen: etwas zu flach, und die Sonde wäre ins All zurückgeprallt, etwas zu steil, und die Sonde wäre verglüht.

Das Stardust-Mutterschiff wird nun in alle Ewigkeit die Sonne umkreisen. Ob das von ihm eingesammelte Material aus der Urzeit des Sonnensystems die von den Wissenschaftlern gewünschten Informationen nun auch wirklich liefert? Wir wünschen ihnen dabei auf jeden Fall viel Erfolg!

Erste Sichtung des Materials: Die wissenschaftliche Sichtung und Auswertung der gesammelten Proben ist nun drei Wochen nach der Landung erfolgreich angelaufen. Erste Bilder (NASA) von Kometenpartikeln sind bereits veröffentlicht, Beispiele siehe rechts. Die Bilder zeigen Einschusskanäle im "Aerogel", einer speziellen gelartigen Masse, die den Aufprall der Staubpartikel abgebremst hat, und am Ende der Kanäle sieht man das Kometenmaterial. Die Größe der gezeigten Partikel beträgt nur einige Hundertstel Millimeter!
 

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