Sind wir allein im Universum?


 

Gibt es Leben im All?

Einige Wissenschaftler setzen die Wahrscheinlichkeit für Leben im Universum recht hoch an: Viele Sonnen hätten erdähnliche Planeten, und auf fast jedem dieser Planeten gäbe es Leben. Andere Autoren machen sich durch die Auffassung interessant, es gäbe außer der Menschheit wohl gar kein Leben im Weltall.

Abschätzung der Wahrscheinlichkeit: Fest steht, dass die Zahl von Sonnen mit erdähnlichen Planeten stark einzuschränken ist. Ungefähr 30% aller Sterne stehen in Mehrfachsystemen (früher vermutete man sogar 80% in Mehrfachsystemen), erdähnliche Planeten sind dort unmöglich. Sehr helle Sterne leben weniger als eine Milliarde Jahre, Leben im irdischen Sinne kann sich dort nicht entwickeln (auf der Erde hat das über 4 Milliarden Jahre gedauert). Sehr dunkle Sterne müssten Planeten in geringem Abstand haben, solche Planeten drehen sich aber nur sehr langsam um ihre Achse (s. Merkur), und können sich daher nicht erdähnlich ausbilden (z. B. extrem starke Stürme). Kandidaten für Leben sind daher eigentlich nur G-Sterne von der Größe der Sonne. Weiterhin ist zu bedenken, dass sich Planeten aus Elementen höherer Ordnungszahl bilden müssen, diese Elemente sind jedoch in Sonnensystemen der "ersten Generation" nicht enthalten, weil sich das erforderliche "Grundmaterial" erst bei Novaexplosionen bildet. Es kommen also nur G-Sterne ab der 2. Generation in Frage. Auch muss das Planetensystem von kosmischen Katastrophen verschont bleiben, es darf also in der Nähe keine Supernova geben, deren Strahlung das Leben tötet, das System darf bei der Bewegung innerhalb seiner Galaxis nicht in Gebiete der Sternentstehung geraten, es muss von Meteorschauern verschont bleiben, usw. usw.......

Mit Sicherheit gibt es auf fernen Welten Leben, eventuell auch auf Gasriesen wie dem Jupiter. Dort würden die Städte in der Atmosphäre schweben, weil es keine feste Oberfläche gibt.

Die Energieversorgung würde mittels Reaktoren erfolgen, die unter den Ballons aufgehängt sind.

Kommen wir also den Skeptikern weit entgegen, und Berücksichtigen wir auch noch die Behauptung, dass sogar ein großer Mond für die Bildung von Leben erforderlich ist (wegen Ebbe und Flut und der Stabilisierung der Erdachse), und gehen davon aus, dass nur eine von einer Millionen(!) Sonnen erdähnliche Planeten hat. Jetzt bleibt noch die Frage, ob sich auf solchen Planeten zwangsläufig Leben bildet (was eigentlich zu erwarten wäre). Spielen wir wieder den Skeptiker, und vermuten nur auf einem einzigen von 100 000 Planeten Leben, so ergibt das bei einer Zahl von 100 000 000 000 Galaxien mit bis zu 100 000 000 000 Sternen in jeder einzelnen davon, immer noch die unglaubliche Zahl von 100 000 000 000 bewohnten Planeten als absolute unterste Grenze (vermutlich ist die Zahl viel, viel größer). Leben existiert also wohl massenhaft im Universum!

Doch nun die schlechte Meldung: Obige Zahl würde gerade eine einzige(!) Zivilisation pro Galaxie bedeuten, wir wären in der Milchstraße alleine! Schicken wir die Skeptiker zu Teufel, und gehen davon aus, dass es in der Milchstraße 100 000 Zivilisationen gibt, so ist dennoch eine Kontaktaufnahme unmöglich. Zwar wäre dann rechnerisch in der Reichweite unserer Radioteleskope eventuell eine Zivilisation anzutreffen, jedoch als erschwerendes Kriterium müsste diese auch fast gleichzeitig(!) mit uns den selben technischen Stand haben, und mit riesigen Sendern Signale in unsere Richtung senden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist schon deshalb Null, weil die Zeitspanne der Existenz einer Zivilisation an kosmischen Zeiträumen gemessen nicht länger ist, als das Aufleuchten eines Blitzlichtes verglichen mit der Dauer eines menschlichen Lebens. Bei einer eventuellen Kommunikation würde übrigens eine einzige Frage-Rückantwort 100 Jahre dauern! Eine Erweiterung des Suchradius ist auch unmöglich, weil überall im Universum dieselbe Physik gilt, die nun mal besagt, dass Lichtgeschwindigkeit nicht übertroffen werden kann. Fazit: es gibt in jedem Fall massenhaft Leben im Universum, Kontakte sind jedoch unmöglich! (Der Alien, der mich neulich in seinem UFO entführen wollte, war da allerdings ganz anderer Meinung)!

Doch Vorsicht! Die Intelligenz des Menschen im Universum entspricht nicht einmal der Intelligenz eines Wasserflohs im Meer, und was weiß dieser schon über das Meer? Nichts, absolut Nichts! Und würde eine Zivilisation so weit über uns stehen, wie wir über dem Wasserfloh, so könnte sie sich sicher über unsere vierdimensionale Physik hinwegsetzen und uns besuchen, sie würde uns dann aber auch nur so beachten, wie wir den Wasserfloh – nämlich gar nicht! Außerirdische UFOs, die mit Menschen Kontakt aufnehmen, sind also absoluter Schwachsinn! Und noch etwas: Weil raumfahrende Aliens so extrem weit über uns stehen würden, würden sie sich auch im Aussehen so weit von uns unterscheiden, wie wir uns vom Wasserfloh unterscheiden. Den lieben Alien von nebenan mit zwei Beinen, Augen und Armen wird es jedenfalls kaum geben!

Die Welt versinkt im Suff: Wie ein Alien-Kontakt aussehen könnte, zeigt das Buch "Picknick am Wegesrand": Aliens sind auf der Erde gelandet. Von ihrem kurzen Besuch haben die Menschen erst erfahren, als sie nach der Abreise der Aliens in der "Zone" geheimnisvolle und tödliche Hinterlassenschaften finden, so wie Ameisen etwa alte Zündkerzen und giftiges Motoröl am Waldrand finden, für sie unerklärlich und gefährlich. Unter Lebensgefahr bergen "Stalker" einige der Gegenstände aus der "Zone", die dann die Technik der Menschen revolutionieren, ohne jedoch verstanden zu werden. Durch die Erkenntnis der unvorstellbar grenzenlosen Überlegenheit der Aliens versinkt die gesamte Kultur der Menschheit in Alkohol und Hoffnungslosigkeit: Wir Menschen waren für die Aliens so unwichtig, "dass sie uns nicht einmal ignoriert haben"! Kleine Denkhilfe: Um Jemanden zu ignorieren, muss man ihn zunächst zur Kenntnis nehmen, und selbst dafür waren wir zu uninteressant!

Ein noch krasseres Beispiel dafür, wie das mit einer derart überlegenen Intelligenz aussehen könnte, steht in einer kleinen SF-Geschichte, die in etwa folgenden Inhalt hat: Ein kleines Kind hat, um damit zu spielen, in einer Hutschachtel verbotenerweise wieder einmal ein Universum gebastelt. Als der Vater davon erfährt, schimpft er das Kind fürchterlich, und befördert die Hutschachtel mit einem wütenden Fußtritt auf den Misthaufen. Im selben Moment explodieren die Sonnen unseres Universums, und die Erde hört auf zu existieren............

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Leben im Sonnensystem?


 

Gibt es Leben im Sonnensystem?  

In Gegensatz zur Suche nach Leben im All gestaltet sich die Suche in unserem Sonnensystem etwas einfacher. Wir können eine Sonde bauen, und zu den Kandidaten für Leben hinfliegen! In die folgenden Überlegungen sind die Ergebnisse vieler Planetenmissionen der vergangenen Jahre bereits einbezogen. Beginnen wir also systematisch mit dem innersten Planeten Merkur, und arbeiten uns nach außen zum Pluto durch. Dabei wollen wir natürlich die Monde der Planeten nicht vergessen, auf denen Leben oft wahrscheinlicher ist, als auf dem Planeten selbst. Und noch etwas: natürlich beschränken wir uns bei unserer Suche zunächst auf Lebensformen, die denen auf der Erde wenigstens noch ganz geringfügig ähnlich sind, exotische Wesen aus Siliziumkristallen, die bei extremer Kälte auf dem dunklen Pluto leben könnten (s. Bild rechts) sind also vorerst keine Überlegung wert.

Merkur ist ein extrem heißer Planet ohne Atmosphäre, gnadenlos der radioaktiven Strahlung der nahen Sonne ausgesetzt. Auf der Oberfläche würde Blei schmelzen, und in einem See aus geschmolzenen Blei wird man wohl kaum Fische finden. Da die Achse von Merkur senkrecht zur Umlaufbahn um die Sonne steht, könnte es in Kratern an den Polen dauerhaften Schatten geben, und Eis bei sehr niedrigen Temperaturen. Dennoch können wir mit Sicherheit sagen: Leben unmöglich!

Venus hat eine undurchdringliche Atmosphäre, man spekulierte mangels "Durchsicht" auf einen lebensfreundlichen Dschungelplaneten. Die Venussonden ergaben ein anderes Bild: unter den Wolken zeigte sich eine knochentrockene, über 400 Grad heiße Wüste mit wenig Sonnenlicht, aber zuckenden Blitzen und Regen aus Schwefelsäure. Gelandete Sonden werden in wenigen Minuten durch den enormen Druck und die extreme Hitze zerstört. Dass sie dann von hitzeresistenten Venus-Wesen (s. Bild, NASA) aufgefressen werden, ist reine Phantasie!

Erdmond: Auf dem Mond der Erde findet man eine durch radioaktive Strahlung zu feinstem Staub pulverisierte Oberfläche, knochentrocken (Wasser gibt es eventuell an den Polen in tiefen Kratern, wo niemals Sonnenlicht einfällt), eine einzige sehr große Sonneneruption hätte genügt, die gelandeten Astronauten zu töten. Leben ist dort nicht möglich.

Mars ist lange Zeit der heißeste Kandidat für Leben gewesen. Aber viele Hoffnungen haben sich, wie die Marskanäle der alten Astronomen, bei näherer Betrachtung in Luft aufgelöst. Unzählige Missionen zeigen eine lebensfeindliche, trockene Wüste, nur durch eine extrem dünne Atmosphäre ohne Sauerstoff vom Weltall getrennt. Allerdings gibt es Anzeichen für riesige Ozeane, die früher die Marsoberfläche bedeckten, und ein vom Mars stammender Meteorit enthält merkwürdige Einschlüsse, die durchaus eine Art von niederem Leben sein könnten. Mars ist also bei der Suche nach Leben noch nicht aus dem Rennen....

Jupiter ist ein riesiger Gasplanet ohne feste oder flüssige Oberfläche. Geht man tiefer, so stheigen Druck und Temperatur ins Uferlose, es herrschen Wirbelstürme und Gewitter von unvorstellbarem Ausmaß. Jeder normale Mensch würde die Wahrscheinlichkeit für Leben zu Null ansetzen. Doch der Schein trügt: Es gibt eine Wolkenschicht mit Wasser, es gibt organische Moleküle in diesen Wolken, und die zur Bildung von Leben vermutlich erforderlichen elektrischen Entladungen. Und so haben ernsthafte Wissenschaftler gezeigt, dass ein ganz exotisches Leben in der Jupiteratmosphäre mindestens theoretisch denkbar wäre. Es könnte dort Wesen geben, die wie riesige Luftschiffe schweben (s. Bild), und sich von kleineren Lebewesen, die die Energie der Sonne nutzen können, ernähren. Trotzdem ist Jupiter wohl kein echter Kandidat für Leben.....

Europa ist ein großer Mond des Jupiters. Seine atmosphärelose, kalte Oberfläche ist von einem dicken Eispanzer überzogen. Unter diesem Panzer vermutet man einen großen Ozean, der von der inneren Wärme des Mondes geheizt wird. Vulkanismus am Grund des Ozeans könnte wie auf der Erde Leben ermöglichen: dort gibt es die "Black Smokers", Austritte von Vulkanischen Gasen, in deren bizarren Umgebung sich ohne Licht und Sauerstoff Leben gebildet hat. Spätere Missionen sollen auf Europa landen, und sich durch den Eispanzer schmelzen, um den Ozean zu untersuchen. Europa ist damit vielleicht der "heißeste" Kandidat für Leben im Sonnensystem. Die anderen Monde des Jupiter sind in Bezug auf Leben uninteressant, man denke nur an die vulkanische Schwefelhölle auf dem inneren Mond Jo, und die eiskalten Eiskugeln der äußeren Monde.......

Saturn und Monde: Für Saturn selbst gilt dieselbe Überlegung wie für Jupiter (also wohl kaum Leben), die Monde des Saturn sind kalte, leblose Kugeln ohne Atmosphäre, Leben unmöglich. Eine Ausnahme macht der Mond Titan. Er ist planetengroß, hat eine dichte Atmosphäre mit organischen Molekülen, ist aber extrem kalt. Damit ähnelt Titan der Urerde, und obwohl dort momentan kein Leben möglich scheint, könnte die sich langsam vergrößernde Sonne Titan so weit erwärmen, das Leben möglich wird. Eventuell wären dann die "Hüpfer" auf dem Bild links (NASA) keine Utopie mehr!

Uranus, Neptun, Pluto: Dort wird es so eisig kalt, dass weder auf den Planeten noch den Monden Leben in irgendeiner Form denkbar ist. Lediglich der Uranus enthält eine "innere Wärmequelle", deren Mechanismus noch nicht ganz geklärt ist, die aber auch nur eine extrem geringe Chance für exotisches Leben in der Atmosphäre wie bei Jupiter bieten würde. Vorstellungen von exotischen Kristalllebewesen auf Pluto sind wohl reine Phantasieprodukte!

Zusammenfassung: Leben im Sonnensystem ist also nicht ausgeschlossen, allerdings wohl nur in sehr einfacher Form. Die erfolgversprechenden Kandidaten sind Mars und Europa. Man sollte aber nicht ganz vergessen, dass es natürlich auch Leben in einer ganz exotischen Form geben könnte, das mit Leben in unserem Sinne fast nichts gemeinsam hat, und eventuell so weit über uns steht, dass wir es nicht einmal erkennen können. Man könnte sich das so verdeutlichen: welche Chance hätte ein Wasserfloh, die Existenz des Menschen zu erkennen?

 

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