Mondfinsternis


 Eine Mondfinsternis ergibt sich immer dann, wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt. Das Eintreten in den Halbschatten verringert die Helligkeit des Mondes nur wenig, eine Halbschattenfinsternis ist daher uninteressant. Eine richtige Verdunklung erfolgt nur beim Eintritt in den Kernschatten.



Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond eintreten (s. Mondphasen), jedoch gibt es wegen der Neigung der Mondbahn von 5° gegenüber der Erdbahn nicht bei jedem Vollmond eine Finsternis, sondern nur dann, wenn der Mond bei Vollmond zufällig die Erdbahnebene durchstößt!



Mondfinsternisse ereignen sich in grob halbjährlichen Abständen (s. Fig. oben), und können dann (im Gegensatz zu Sonnenfinsternissen) von allen Menschen auf der jeweiligen Nachtseite der Erde gesehen werden! Da der Erdschatten ungefähr dreimal größer ist als der Mond, kann der Mond bis zu 1¾ Stunden total im Kernschatten der Erde verschwinden. Voraussetzung ist eine "zentrale" Finsternis (s. Abbildung), d.h. der Mond läuft genau durch die Mitte des Erdschattens.

Interessanterweise ist der Mond auch in der Phase der Totalität immer noch schwach zu erkennen, dabei treten alle Farben von hellgelb bis dunkelrot auf (s. kleines Bild). Ursache hierfür ist die Erdatmosphäre, in der das Licht gebrochen wird: vom Mond aus gesehen ist die dunkle Erdscheibe von einem hellen Saum umgeben, der (wie bei einem Sonnenuntergang) rot bis gelb gefärbt ist. (Weil dem Sonnenlicht beim Durchgang durch die Atmosphäre das blaue Licht entzogen wird, sieht das restliche Licht gelb bzw. rot aus, während das gestreute blaue Licht den Himmel blau färbt).

Das beigefügte Bild zeigt die Mondfinsternis vom 16.09.97 aufgenommen mit dem Schulteleskop auf Kleinbildfilm. Der Mond ist am Ende der totalen Phase gerade noch voll im Kernschatten, und wird durch das in der Erdatmosphäre gebrochene Licht bereits stark gelb eingefärbt. An der Stärke der gelben Färbung lässt sich der Grad der Verschmutzung in der Erdatmosphäre erkennen: Nach starken Vulkanausbrüchen ist die Färbung z.B. schwächer und eher rotbraun. Weitere Bilder befinden sich in einem Bericht über die Finsternis von 2011.

Mondfinsternisse haben die Menschheit schon immer interessiert. Die Punkte, wo die Mondbahn die Erdbahnebene durchstößt (nur in diesen Mondpositionen kann eine Finsternis stattfinden) nannten die alten Chinesen "Drachenpunkte", weil sie meinten, dort lauert ein Drache, der den Mond auffrisst. In der modernen Astronomie heißen diese Punkte aufsteigender bzw. absteigender Knoten der Mondbahn.

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